Laute Blechtrommel nach langem Schweigen
Die Medien haben das Thema voll aufgegriffen. Günter Grass war bei der Waffen-SS. Und in der Art und Weise, wie dieses Thema behandelt wird, zeigt sich, wie sehr Medien auch einmal ein Thema verfehlen können.
Alles dreht sich um die Frage, ob es verwerflich sei, bei der Waffen-SS gewesen zu sein. Für mich ist der Skandal ein ganz anderer. Dass Günter Grass so dreist, so frech ist - er die moralische Instanz Deutschlands -, aus diesem Umstand PR-mäßig Kapital zu schlagen.
"Zufällig" wird dieser dunkle Fleck seiner Vergangenheit kurz vor der Veröffentlichung seiner Autobiographie (Titel bleibt hier bewusst, aus Zorn über so eine Unverschämtheit unerwähnt) in einem FAZ-Interview gestreut, wobei für das Interview selbst PR betrieben wurde. Alle Medien waren vorab über den Inhalt des Interviews und den Erscheinungszeitpunkt informiert. Der FAZ-Auflage vom Wochenende hat dies sicher keinen Schwund eingebracht.
Und das Agieren von Grass und seines Verlages heute setzt dem ganzen Schund die "Krone" auf. "Die Autobiographie sei eigentlich erst zur Veröffentlichung im September vorgesehen gewesen. Aber auf Grund der aktuellen Diskussion müsse die Veröffentlichung vorgezogen werden." Grass wehrt dazu auch noch jede kritische Frage ab mit dem Hinweis, man könne ja alles in seinem Buch nachlesen.
Dieses laute Getrommel von Grass ist Blech!
Der Umgang mit seiner Vergangheit mutet schlimmer an, als die Umstände seiner Vergangenheit selbst. Grass hat in einer Einheit gedient, die offenbar nicht durch Kriegsverbrechen aufgefallen ist und nur Grass kennt wohl die Wahrheit aller seiner Einsätze.
Auch gab es nachvollziehbare, geradezu menschliche Gründe, die Mitgliedschaft in der Waffen-SS zu verschweigen.
Aber die bevorstehende Veröffentlichung der eigenen Autobiographie ist kein nachvollziehbarer Grund. Das ist einfach nur instinktlos und unmoralisch.
Ein von vielen als Literatur-Genie erachteter Nobelpreisträger, welcher sich selbst in viele Debatten zur Vergangenheitsbewältigung eingemischt hat, darf nicht auch nur den leisesten Verdacht aufkommen lassen, aus der Mitgliedschaft in der Waffen-SS Kapital schlagen zu wollen.
Ein Zeitpunkt deutlich vor der Veröffentlichung, zum Beispiel zum Start seines Buch-Projektes, wäre passend gewesen. Das wäre glaubwürdig gewesen. Denn da muss sich Grass schließlich schon Gedanken gemacht haben über den Umgang mit diesem heiklen Thema.
Er aber hat gewartet, um dann umso lauter trommeln zu können. Und sein Trommeln bleibt leider nicht ungehört. Alle Sender bekommen ihr Interview, alle Zeitungen füllen ihre Seiten diverser Rubriken.
Wäre G. Grass wirklich ein Großer, dann hätte er nicht im falschen Moment geschwiegen und im falschen Moment getrommelt.
Alles dreht sich um die Frage, ob es verwerflich sei, bei der Waffen-SS gewesen zu sein. Für mich ist der Skandal ein ganz anderer. Dass Günter Grass so dreist, so frech ist - er die moralische Instanz Deutschlands -, aus diesem Umstand PR-mäßig Kapital zu schlagen.
"Zufällig" wird dieser dunkle Fleck seiner Vergangenheit kurz vor der Veröffentlichung seiner Autobiographie (Titel bleibt hier bewusst, aus Zorn über so eine Unverschämtheit unerwähnt) in einem FAZ-Interview gestreut, wobei für das Interview selbst PR betrieben wurde. Alle Medien waren vorab über den Inhalt des Interviews und den Erscheinungszeitpunkt informiert. Der FAZ-Auflage vom Wochenende hat dies sicher keinen Schwund eingebracht.
Und das Agieren von Grass und seines Verlages heute setzt dem ganzen Schund die "Krone" auf. "Die Autobiographie sei eigentlich erst zur Veröffentlichung im September vorgesehen gewesen. Aber auf Grund der aktuellen Diskussion müsse die Veröffentlichung vorgezogen werden." Grass wehrt dazu auch noch jede kritische Frage ab mit dem Hinweis, man könne ja alles in seinem Buch nachlesen.
Dieses laute Getrommel von Grass ist Blech!
Der Umgang mit seiner Vergangheit mutet schlimmer an, als die Umstände seiner Vergangenheit selbst. Grass hat in einer Einheit gedient, die offenbar nicht durch Kriegsverbrechen aufgefallen ist und nur Grass kennt wohl die Wahrheit aller seiner Einsätze.
Auch gab es nachvollziehbare, geradezu menschliche Gründe, die Mitgliedschaft in der Waffen-SS zu verschweigen.
Aber die bevorstehende Veröffentlichung der eigenen Autobiographie ist kein nachvollziehbarer Grund. Das ist einfach nur instinktlos und unmoralisch.
Ein von vielen als Literatur-Genie erachteter Nobelpreisträger, welcher sich selbst in viele Debatten zur Vergangenheitsbewältigung eingemischt hat, darf nicht auch nur den leisesten Verdacht aufkommen lassen, aus der Mitgliedschaft in der Waffen-SS Kapital schlagen zu wollen.
Ein Zeitpunkt deutlich vor der Veröffentlichung, zum Beispiel zum Start seines Buch-Projektes, wäre passend gewesen. Das wäre glaubwürdig gewesen. Denn da muss sich Grass schließlich schon Gedanken gemacht haben über den Umgang mit diesem heiklen Thema.
Er aber hat gewartet, um dann umso lauter trommeln zu können. Und sein Trommeln bleibt leider nicht ungehört. Alle Sender bekommen ihr Interview, alle Zeitungen füllen ihre Seiten diverser Rubriken.
Wäre G. Grass wirklich ein Großer, dann hätte er nicht im falschen Moment geschwiegen und im falschen Moment getrommelt.
dmkoch - 15. Aug, 22:18