Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Da müssen wir uns erst einmal sammeln. Kurz vor Jahresschluss haben wir doch noch eine neue, größere Wohnung gefunden - nach fast zwei Jahren Suche. Praktischerweise liegt sie unweit unserer aktuellen Wohnung. Im nächsten Sommer steht der Umzug an.
Was bleibt als Ergebnis der Wohnungssuche festzuhalten? Es ist fast unmöglich, in Düsseldorf für vier Personen etwas Gutes zu bekommen, das man auch noch halbwegs finanzieren kann. Irgendeinen Kompromiss muss man immer eingehen. Entweder sind die Wohnungen schlecht geschnitten, liegen an Bahngleisen oder viel befahrenen Straßen oder aber der Blick aus der Wohnung heraus ist bescheiden und dunkel.
Außerdem hat sich die Maklerzunft bis auf die Knocken blamiert. Was mussten wir nicht alles ertragen? Makler, die nicht zurückrufen. Makler, die die Unterlagen nicht komplett vorliegen haben. Makler, die keinen Bock auf Besichtungen haben. (...) Die Liste der Verfehlungen ist lang. Manch´ ein Eigentümer hat uns richtig leid getan. Wenn da manch´ einer wüsste, wem er die Vermarktung seiner Immobilie in die Hände gegeben hat! Wir werden deshalb unsere Wohnung erst einmal ohne Makler anbieten.
Beruflich war das Jahr erfolgreich. Frau Koch hat nach der Baby-Pause wieder gut durchstarten können - der Krippenplatz machte es möglich. Und Herr Koch hatte gleich drei Großprojekte zu bewältigen. Erledigt mit akzeptablem Ergebnis!
Da darf man sich dann mal gelassen zum Fest unter den Baum legen und entspannen. Apropos: Noch sind nicht alle Geschenke besorgt. Also, nix mit Entspannung. Auf zum Schluss-Spurt kurz vor Toreschluss!
dmkoch - 21. Dez, 09:46
Ja, das hätte dem ein oder anderen so passen können. Das jetzt hier Feierabend ist. Aber Herr Koch hatte in den letzten Wochen einfach zu viel um die Ohren, hat beruflich sehr viel geschrieben, als dass hier hätte auch noch was Konstruktives gepostet werden können.
An passenden Themen gemangelt hat es jedenfalls nicht:
Beispiel Schweinegrippe: Warum machen sich alle so verrückt? Die saisonalen Virus-Grippe-Erkrankungen, vor denen man sich jedes Jahr impfen lassen kann, sind nicht minder schwer zu behandeln und verlaufen in der Regel genauso unangenehm und am Ende meist doch harmlos. Es gilt das Motto: gesund ernähren, oft die Hände waschen, beim ersten Halskratzen die Nase spülen und antibakteriell sowie antiviral wirkende Mittelchen nehmen.
Beispiel Kindergelderhöhung: Was hilft die dickste Kindergelderhöhung, wenn in zu vielen Fällen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch nicht vorhandene Betreuungsplätze in Kindergärten und Schulen blockiert wird? Immerhin: Jede noch folgende Steigerung der Steuer- und Sozialabgaben wird Familien hart treffen. Schön, wenn sie dafür vorab eine kleine Entlastung bekommen.
Beispiel VfB Stuttgart: Was mein Verein in Liga 1 zusammenkickt, muss keinen überraschen. Dass der VfB selbst mit Gomez im Kader noch einen weiteren guten Stürmer hätte gebrauchen können, war unter Fans ein offenes Geheimnis. Nur Sportdirektor Horst Heldt hat davon leider nichts mitbekommen. Im Winter sollte er seine schlechte Kaderplanung korrigieren.
Beispiel Fortuna Düsseldorf: Mein Heimat-Verein leistet Großartiges in Liga 2. Die Frage nach dem Aufstieg stellen sich zwar viele in der schönsten Stadt am Rhein. Für mich ist die Frage allerdings schon beantwortet. Zum großen Sprung reicht es noch nicht ganz. Und auch das zweite Jahr nach dem Aufstieg dürfte schwerer werden, als viele sich das denken. Danach sollte Fortuna allerdings voll etabliertes Mitglied des bezahlten Fußballs sein, sich der meisten finanziellen Altlasten entledigt haben und dann geht es noch weiter nach oben. 95 olé!
Gestern noch dies: Robert Enke ist tot, beging wahrscheinlich Selbstmord. Die Frage, die sich mir stellt: Würde Enke noch leben, wäre er für die aktuellen Spiele der Nationalmannschaft nominiert worden? Die Nicht-Nominierung war sicherlich nicht der Grund für dieses tragische Finale. Enke hätte aber womöglich neuen Mut verspürt, vielleicht wäre er tatsächlich die Nr. 1 bei der WM geworden. Viele Hypothesen, eine Antwort: Nein!
Es mag viele Menschen geben, die sich irgendwann im Laufe ihres Lebens fragen: „Warum soll man sich das alles noch antun? Soll man den ganzen Kram nicht besser lassen, wenn einen die Weichen aufs falsche Gleis geführt haben?!“ Es dann allerdings in die Tat umzusetzen, zeugt jedoch schon von einer enormen seelischen Pein. Armer Robert Enke!
Wie so oft: Es ist der Falsche zu früh gegangen.
dmkoch - 11. Nov, 08:52
Guido Westerwelle machte kürzlich seine ganz speziellen Erfahrungen mit britischen Journalisten. Und auch Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sie jetzt gemacht. Beide sprachen im Rahmen von Pressekonferenzen hier in Deutschland in deutscher Sprache. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Doch sie ernteten dafür (seltsamer Weise auch von deutscher Seite) teils heftige Kritik.
Was war passiert? Bei den Pressekonferenzen waren auch britische Journalisten anwesend, zum Beispiel von der BBC. Diese wollten sich offenbar nicht damit anfreunden, dass deutsche Politiker in Deutschland bei einer Pressekonferenz auf Deutsch reden und forderten sie auf, in Englisch fortzufahren. Westerwelle verwies auf den geografischen Standort der PK und fuhr in Deutsch fort. Lammert hatte etwas mehr Nachsicht und erwähnte immerhin in englischer Sprache, dass er gern in Deutsch fortfahren würde. Er könne ja am Ende das Geschehen der Pressekonferenz noch einmal in englischer Sprache zusammenfassen.
Die Vorgänge haben mich aufgeregt. Insbesondere erscheint es völlig unverständlich, warum selbst deutsche Medien Westerwelle in ihren Kommentaren als wenig weltgewandt darstellten, weil er sich an dieser Stelle dem Englischen verweigerte.
Ich finde es sehr anmaßend, dass eine große Sendeanstalt wie die BBC in Deutschland Korrespondenten einsetzt, die der hiesigen Sprache nicht mächtig sind. Würde ein Korrespondent der ARD oder des ZDF auf die Idee kommen, bei einer Pressekonferenz in London oder Paris die Frage auf Deutsch zu formulieren bzw. nicht in der Landessprache?
Die Fälle zeigen, welch´ sprachlichen Allmachtsanspruch viele Briten pflegen. Aus dem Umstand, dass die meisten gebildeten Menschen der Welt die englische Sprache mehr oder weniger gut beherrschen, wird geschlossen, dass man selbst sich nicht anderer Sprachen annehmen muss.
Aus meiner beruflichen Erfahrung in einem international agierenden Unternehmen kann ich das sogar noch ergänzen. Es scheint für viele Zeitgenossen von der Insel nicht nur selbstverständlich zu sein, dass andere ihre Sprache sprechen. Sie glauben auch noch, alle Welt würde ihre Geschäfts- und Kommunikationspraktiken adaptieren. Anstand Fehlanzeige!
Beispiele gefällig? In Telefonaten reden einen völlig unbekannte Personen mit dem Vornamen an, fragen nicht einmal höflich nach, ob sie in Englisch fortfahren dürfen und nuscheln dann auch noch so in irgendwelchen Dialekten vor sich hin, dass man sie besonders schwer verstehen kann. Wir Deutschen lassen uns ja eine Menge gefallen. Wie mag das aber in Österreich ankommen? Dort redet man sehr oft die Geschäftspartner nicht nur mit dem Nachnamen, sondern dazu noch mit Ihrem akademischen Grad an.
Vor diesem Hintergrund finde ich Überlegungen richtig, Deutsch als offizielle Landessprache im Grundgesetz fest zu verankern. Dann kann es jeder nachlesen. Und wer das dann nicht kann, der sollte zumindest für die BBC in Deutschland keine Pressekonferenzen besuchen.
dmkoch - 22. Okt, 18:02
Die politische Entwicklung im Saarland und die gestrige Kehrtwende der dortigen Grünen hin zu einer Jamaika-Koalition haben Herrn Koch (und wohl nicht nur ihn) ziemlich überrascht.
Mehrere Dinge lassen sich meiner Meinung nach daraus ableiten:
Oskar Lafontaine ist jetzt endlich auf ein erträgliches Maß geschrumpft - vom Fraktionsvorsitzenden einer Oppositionspartei im Bund zum Fraktionsvorsitzenden einer Oppostionspartei im kleinsten Bundesland.
Ferner ist jetzt endgültig erkennbar, dass Lafontaine in den letzten zehn Jahren nichts, aber auch wirklich gar nichts für die Linke in Deutschland erreicht hat. Klar, er hat die Linkspartei voll etabliert in der Parteienlandschaft. Aber was hat das gebracht? Das linke Spektrum ist dadurch nicht größer geworden. Im Gegenteil: Die Mitte wendet sich von der Linkspartei verschreckt Schwarz-Gelben zu - selbst in Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges.
Außerdem erkennt die neue Parteiführung der SPD jetzt hoffentlich, dass ein brutaler Linksruck aus einer Position des Beleidigtseins nach den schlechten Wahlergebnissen aus verschiedenen Gründen überhaupt nichts bringt:
Die Grünen sind nicht zwangsläufig einplanbar als Stimmvieh einer knallhart links ausgerichteten Dreier-Koalition. In NRW grenzen sie sich aktuell stärker von Rot-Rot-Grün ab denn von Jamaika (so wie im Saarland).
Rot-rot-grüne Bündnisse müssen mit Inhalten gefüllt werden. Kann dieser Inhalt aber nur darin bestehen, auf Grund der demografischen Entwicklung unausweichliche Einschnitte in den Sozialstaat zurückzudrehen? Etliche in der SPD sowie natürlich die Linkspartei sehen das so. Bei den Grünen (und den Grünen-Wählern) gibt es da aber viele, die anders und zwar mehr reformorientiert denken.
Die Umfragen nach der Wahl (die bereits den Linksruck der SPD widerspiegeln) zeigen, dass die SPD nur noch weiter droht, an Wählern zu verlieren.
Wenn die SPD so weitermacht, wird sie bald flächendeckend im Osten schwächer sein als CDU und Linkspartei. Dann würde sie selbst bei Koalitionen mit der Linkspartei zum Juniorpartner (siehe Thüringen). Und im Westen ist ihr dann selbst in einer Dreier-Konstellation mit der Linkspartei und den Grünen keine Mehrheit mehr sicher.
Hoffentlich können die Steinmeiers in der SPD noch gegensteuern. Denn Deutschland braucht eine starke SPD mehr als einen gespaltenen rückwärtsgewandten Linksblock.
dmkoch - 12. Okt, 10:42
Ich freue mich, dass B. Obama Präsident der USA ist. Ich hoffe, dass er in seinem Amt noch eine Menge wird bewegen können. Die Entscheidung, Obama bereits jetzt - nach nur neun Monaten im Amt - zum Friedensnobelpreisträger zu "adeln", finde ich aber lächerlich und populistisch.
Was hat er denn bislang für den Weltfrieden getan? Okay, das weltpolitische Klima mag jetzt eher in Richtung Aufbruch gepolt zu sein. Aber hinsichtlich der bekannten Konfliktherde ist noch gar nichts erreicht.
Der Iran baut weiter an seinen Atombomben und zugleich an dafür geeigneten Trägerraketen. Nord-Korea hat die Bombe schon längst und bleibt unberechenbar. Afghanistan wird immer unsicherer. Die Taliban kehren zurück und Obama wird eher mehr Soldaten dorthin entsenden müssen, als ihm lieb sein mag.
Wie ist also dieser Nobelpreis zu verstehen? Die Friedensdividende von Obamas Wirken zeichnet sich jedenfalls noch nicht ab.
So bleibt die Vergabe dieses Nobelpreises unverständlich.
dmkoch - 10. Okt, 16:58
Während der letzten beiden Tage weilte Herr Koch zu einer Presseveranstaltung in Hamburg. Eingebucht war ich im
Hotel Ibis im Stadtteil St. Pauli. Schon vorher hatte ich gute Erfahrungen gemacht mit dieser Hotelkette (z. B. in Dresden). Und erneut wurde ich in meinem Urteil bestätigt.
Die Zimmer sind einfach aber funktionell gestaltet. Der Dusch- und Waschraum besteht zwar in den Zimmern des Ibis St. Pauli nicht aus einer abgemauerten Örtlichkeit, sondern aus einer Art Kunststoff-Kapsel (mit den fest verbundenen Bestandteilen Dusche, WC und Waschtisch). Wenngleich diese Lösung etwas an eine Art Luxus-Wohnmobil-Toilette erinnert, erwies sie sich für mich als äußerst zweckmäßig.
Das Frühstück und insbesondere das Rührei sind eine lobende Erwähnung wert. In der Summe kam ich auf 94 Euro pro Nacht. Ohne Umbuchungs- oder Absage-Option wären es 15 Euro weniger gewesen. Da kann man nicht meckern.
Beruflich war der Trip unterdessen erfolgreich. Der PR-Event anlässlich der MEDICA 2009, ausgerichtet in einer führenden
Fachklinik für Endoprothetik, erfreute sich einer regen Teilnahme durch die Journalisten.
Auf dem Rückweg von der Klinik ins Hotel erlebte ich dann noch „St. Pauli live“. Mit einmal erblickte ich viele Polizeiwagen, einen Notarztwagen und Kameraleute vom Fernsehen. Ein Fußgänger meinte: „Die drehen bestimmt hier gerade wieder Großstadtrevier.“ Dem war allerdings nicht so. Es hatte sich gerade eine Bluttat mit Todesfolge ereignet, wie dem heutigen
Polizeibericht zu entnehmen ist.
Sex & Crime – St. Pauli, wie man es kennt. Leider! Als ich vor 14 Jahren mal für ein paar Monate beruflich in Hamburg lebte, hatte ich den Eindruck, St. Pauli könne sich zu einem trendigen Szene-Viertel entwickeln. Heute zeigt sich dieser Stadtteil ungeachtet seines kultigen Fußballklubs in einem ziemlich schäbigen Licht. Wer nicht völlig zugedröhnt der schnellen Lust fröhnen will, ist hier fehl am Platze und besser zum Beispiel im Schanzenviertel aufgehoben.
dmkoch - 7. Okt, 13:31
So, jetzt kann also meine Prognose vom letzten Montag für den Ausgang der Bundestagswahl überprüft werden. Mit dem Ergebnis für Schwarz-Gelb habe ich goldrichtig gelegen. Aber den linken Parteien-Block habe ich völlig falsch getippt. Die Linken sind stärker als die Grünen und die SPD ist völlig abgerutscht - das hatte ich so nicht auf dem Plan.
Für die SPD werden die kommenden Jahre nun kein Zuckerschlecken. Aber das gilt ebenso für die Unions-Parteien und die FDP. Sie müssen in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Krisensituation unseres Landes das Schiff wieder auf Kurs bringen.
Gibt es Einschnitte, werden sich Linke und SPD in der Opposition mit Protest als Robin-Hood-Bewegung gut etablieren können.
Gilt das Motto des moderaten "Weiter so!" nur eben jetzt mit anderen Farb-Vorzeichen, dann wird Deutschland keine großen Schritte machen und dann wird man das am Ende Union und Liberalen vorhalten.
Aber die Politiker sollten sich nicht beklagen. Andere Leute in diesem Land haben aktuell auch nichts zu lachen in ihren Jobs.
dmkoch - 27. Sep, 18:23
Jetzt kommt Herr Koch raus aus der Deckung. Nachher kann man ja immer viel behaupten von wegen "Habe ich ja gleich gesagt, dass das so oder anders ausgeht". Deshalb lege ich mich fest und prognostiziere das folgende Wahlergebnis:
CDU/ CSU - 33,8 %
SPD - 28,2 %
FDP - 13,2 %
Linkspartei - 10,6 %
Die Grünen - 10,2 %
Der Rest geht an andere Parteien. Im Ergebnis heißt das: Große Koalion. In 2013 schwenkt die SPD dann um zu Rot-Rot-Grün und wird das als "Politikwechsel" proklamieren.
Meine Prognose basiert auf der Annahme, dass wir doch eine recht ordentliche Wahlbeteiligung bekommen werden und dass insbesondere die Genossen von den bis dato Unentschlossenen profitieren. Die bisherige Wählerbasis für Schwarz-Gelb führt demnach zu einem geringeren relativen Anteil am Gesamtergebnis. Dieses Phänomen hatten wir schon bei den letzten beiden Wahlen und so wird es wieder kommen.
Theoretisch möglich wäre bei dem genannten Wahlergebnis, dass Schwarz-Gelb durch die vielfach diskutierten Überhangmandate ggf. 1-2 Sitze Mehrheit haben. Ich denke aber mal, Merkel wird nur dann mit Überhangmandaten regieren wollen, wenn es eine stattliche Zahl davon gibt. Immerhin dürfen diese Mandate bei Mandatswegfall (Todesfall, Berufs- oder Jobwechsel) nicht nachbesetzt werden.
dmkoch - 21. Sep, 08:48