Montag, 4. September 2006

Kleines Glück zum Hinterherziehen

Das Wochenende bot Familie Koch viel Abwechslung. Am Samstag eröffnete der TV Grafenberg seine neue Klubanlage. Für Sohnemann (und Papa) besonderes Highlight war ein zur Volksbelustigung im Einsatz befindlicher Feuerwehr-Leiterwagen. Im Rettungskorb ging es via ausfahrbarer Leiter auf bis zu 30 Meter hoch. Als ich unten stand, hatte ich mehr Bammel, als dann in luftiger Höhe.

Zum Glück konnte man die Leiter unter sich nicht sehen und hatte demnach ein schwebendes Gefühl wie in einem Ballon. Tolle Aussicht, super Sache!

Am Sonntag ging es dann auf Grund des miesen Wetters in die Messehallen zum Caravan Salon. Der Verlegenheitstrip war allerdings doch recht spaßig. Denn die Caravans und Reisemobile beinhalten nicht mehr so viel "Gelsenkirchener Barock" wie noch in früheren Jahren. Auch die Generation "35plus" bekommt mittlerweile mehr für´s Auge und den jugendlichen Komfort geboten.

Einig war sich die Family darin, es mal an einem Wochenende testweise mit so einem "hinterherziehbaren Glück" zu probieren. Soll ja insobesondere für Kinder ganz witzig sein.

Unverständlich bleibt für uns jedoch, wie man bis zu 1,2 Millionen Euro für ein Reisemobil-Busgefährt ausgeben kann.

Wir würden dann doch eher 100 Luxusreisen im Preisrahmen von je 4.000 Euro pro Person (x 3 = 12.000 Euro) in ordentliche Hotels oder Ferienhäuser bevorzugen.

Aber weder dürften wir zeit unseres Lebens über soviel Urlaubszeit, noch über das dafür erforderliche "Kleingeld" verfügen...

Mittwoch, 30. August 2006

"Grützi miteinand´!"

Die letzten beiden Tagen führten mich beruflich nach Zürich. Dort stand ein Pressemeeting an zur weltgrößten Medizinmesse MEDICA, welche ich pr-technisch betreue.

Der Transfer nach Zürich, ein wahrlich weltstädtisches Dorf, hat mit Air Berlin günstig und gut geklappt. Verspätungen gab es keine. Etwas länger sind unterdessen jetzt die Laufwege auf dem Flughafen Zürich geworden. Das neue Terminal E liegt abseits der übrigen beiden Terminals. Ein unterirdischer Zug stellt zwar eine unkomplizierte Verbindung her, jedoch muss man bei Ankunft und Abfluf schon mindestens 15 Minuten zusätzlich einkalkulieren.

Die Stadt selbst begeistert mich immer wieder aufs Neue. Alles ist so übersichtlich und gemütlich und doch auf dem Puls der Zeit. Vor allem ist faszinierend, wie gut erhalten die Stadt ist. Da wird einem schnell bewusst, was es bedeutet, wenn eine Stadt keine Kriege überstehen musste und von Naturkatastrophen verschont geblieben ist.

Als Hotel kann ich das "Rössli" in der Rössli-Gasse wärmstens empfehlen. Der Business-Tarif fürs EZ liegt bei umgerechnet ca. 145 Euro. Dafür bekommt man schlichtes, aber warmes Ambiente geboten. Das Frühstück war üppig und es stand sogar in einem bequemen Eckchen ein Notebook für den Blick ins Netz zur Verfügung. Wer mit eigenem Laptop anreist, kann sich kostenlos einloggen via W-LAN.

Wer landestypisch Essen gehen will, dem sei wärmstens der Zeughaus Keller am Paradeplatz empfohlen. Dort ist das Zürcher Geschnetzelte ein wahres Gedicht!

Phänomenal ist übrigens, wie pünktlich die Schweizer sind. Offenbar überträgt sich die Präzision der Uhren auf die Menschen (oder war es einst umgekehrt?). Zum Pressemeeting hatte ich im 9 Uhr geladen. Und um Punkt 9 waren alle Teilnehmer tatsächlich erschienen, hatten ihre Jacken abgelegt und saßen wissbegierig am Tisch - in Deutschland bei Pressekonferenzen ein noch nie da gewesenes Erlebnis!

Im Anschluss hatten wir eine alteingesessene Zürcherin um eine individuelle Stadtführung gebeten, im Rahmen derer selbst für die Zürcher unter den Medizinjournalisten noch eine Menge Neuigkeiten über die Stadt bekannt gemacht wurden. Dass zum Beispiel die überall so bekannte Bahnhofstraße noch bis vor 150 Jahren ein verdreckter Stadtgraben war, dass in der Polizeihauptwache einst ein Waisenhaus untergebracht war, dass der Lindenhof (eine kleine Anhöhe in der Innenstadt) einst die Plattform bildete für ein römisches Castello, (...)

Kurzum: Es war ein interessanter Trip in eine interessante Stadt.

Freitag, 25. August 2006

Kabelsalat lichtet sich!

In Sachen Bildqualität unseres Fernsehers bin ich heute ein gutes Stück vorangekommen (vgl. Beitrag vom 13.8.).

Zwar muss wohl vor die Kabelverteilerdose in unserem Mehrfamilienhaus im Keller noch ein Signalverstärker gesetzt werden, aber immerhin habe ich inzwischen eine weitere Fehlerquelle für das schlechte Bild ausfindig machen können.

Das Scart-Kabel unseres Kabel-Receivers (Imperial PNG) war wohl ziemlich schlecht geschirmt. Ich nahm an, dass es sich um ein gutes Kabel handelt. Aber die Firma hat wohl an diesem sehr wichtigen Teil gespart.

Ein MediaMarkt-Berater empfahl mir ein gutes Scart-Kabel aus dem Sonderangebot. Und siehe da: Zumindest über den Receiver können wir nun ein sehr gutes Bild gucken. Das alte Scart-Kabel war wohl empfänglich für Signale aus benachbarten Kabeln.

Die Qualität der TV-Inhalte hat sich unterdessen nicht gebessert. Aber wer Technik begeistert ist, dem geht es halt ums Prinzip...

Dienstag, 22. August 2006

Böse Blähungen...

...lautet der skurile Titel einer aktuellen Zeitungsmeldung aus der Financial Times Deutschland. Dazu wird vermeldet, dass Kühe in Neuseeland mindestens für die Hälfte der dort entstehenden Treibhausgase verantwortlich zeichnen. Grund sind die Blähungen der Tiere.

In einem Millionen Euro schweren Forschungsprojekt sollen nun Kühe gezüchtet werden mit weniger Blähungen bei mindestens gleichbleibender Milchproduktion. Das Problem: Methangas wirkt in Kühen wie eine Art Treibstoff. Je mehr Pups, desto mehr Milch - so lautet konventionell die Formel. Methangas im Bauch treibt quasi die Milch.

Gesucht wird jetzt im übertragenden Sinne die "3-Liter"-Kuh, welche Kraftstoff sparend ihre Arbeit als Milchvieh verrichtet.

Wer jetzt spaßeshalber auf die Idee kommt, man könne doch eine Art Minerölsteuer für Blähungen erheben, um richtig das Steuersäckel zu füllen, dem wird der Spaß schnell vergehen. Denn Neuseeland stand wohl kurz vor der Methangassteuererhebung. Nur stellte die exakte Quantifizierung und Zuordnung der Kuh-Pupse je Bauer das besondere Problem dar.

Hier wäre deutsche Entwicklungshilfe doch einmal wirklich angebracht gewesen. Deutsche Sesselpuper vom Amt hätten dafür doch bestimmt Lösungen entwickeln und die Umsetzung der Messungen akribisch organisieren können. Man denke etwa an ein Pups-Radar oder eine Pups-Tüte, welche wie ein Filter der Kuh zwecks Pups-Sammlung um den Hintern gebunden wird. Eine pralle Tüte = 1 Euro.

Entsorgungsprobleme? Mitnichten, die Mülltrennung haben wir doch im Griff, schwarz-rot-geil wie wir sind. Die schwarz-weiss gefleckte Tonne für die Kuh-Pups-Tüten-Entsorgung wäre schnell ins Leben gerufen. Die dazu gehörigen Deponien für die Kuh-Pups-Tüten-Endlagerung würden wir sicher auch schnell einrichten können, schön bewachsen und abgedeckt mit Weidengras für - na? Na, klar! Für Kühe. Selbige grasen auf ihren gesammelten Kuh-Pups-Ansammlungen. Welche Kuh-Pups-Tüte wird schon gleich in die Luft gehen?!

Hat jemals einer behauptet, in diesem Lande gäbe es keine Ideen?

Mittwoch, 16. August 2006

Herzlichen Glückwunsch!

Meine bessere Hälfte hat heute Geburtstag. Natürlich habe ich ihr heute schon gratuliert, natürlich durfte sie auch schon Geschenke auspacken und natürlich endet der Nachmittag heute in einer Kuchenschlacht mit der Family.

Aber trotzdem sollen auch an dieser Stelle die besten Wünsche festgehalten bleiben.

In Liebe
Dein Mann

P. S. Sohnemann (4) kam erwartungsgemäß mit seinem Geschenk nicht richtig in die Puschen. Aber heute - so lautete sein Versprechen - soll noch schnell ein Bild gezaubert werden im Kindergarten. Wenn nicht wieder etwas dazwischen kommt...

Dienstag, 15. August 2006

Laute Blechtrommel nach langem Schweigen

Die Medien haben das Thema voll aufgegriffen. Günter Grass war bei der Waffen-SS. Und in der Art und Weise, wie dieses Thema behandelt wird, zeigt sich, wie sehr Medien auch einmal ein Thema verfehlen können.

Alles dreht sich um die Frage, ob es verwerflich sei, bei der Waffen-SS gewesen zu sein. Für mich ist der Skandal ein ganz anderer. Dass Günter Grass so dreist, so frech ist - er die moralische Instanz Deutschlands -, aus diesem Umstand PR-mäßig Kapital zu schlagen.

"Zufällig" wird dieser dunkle Fleck seiner Vergangenheit kurz vor der Veröffentlichung seiner Autobiographie (Titel bleibt hier bewusst, aus Zorn über so eine Unverschämtheit unerwähnt) in einem FAZ-Interview gestreut, wobei für das Interview selbst PR betrieben wurde. Alle Medien waren vorab über den Inhalt des Interviews und den Erscheinungszeitpunkt informiert. Der FAZ-Auflage vom Wochenende hat dies sicher keinen Schwund eingebracht.

Und das Agieren von Grass und seines Verlages heute setzt dem ganzen Schund die "Krone" auf. "Die Autobiographie sei eigentlich erst zur Veröffentlichung im September vorgesehen gewesen. Aber auf Grund der aktuellen Diskussion müsse die Veröffentlichung vorgezogen werden." Grass wehrt dazu auch noch jede kritische Frage ab mit dem Hinweis, man könne ja alles in seinem Buch nachlesen.

Dieses laute Getrommel von Grass ist Blech!

Der Umgang mit seiner Vergangheit mutet schlimmer an, als die Umstände seiner Vergangenheit selbst. Grass hat in einer Einheit gedient, die offenbar nicht durch Kriegsverbrechen aufgefallen ist und nur Grass kennt wohl die Wahrheit aller seiner Einsätze.

Auch gab es nachvollziehbare, geradezu menschliche Gründe, die Mitgliedschaft in der Waffen-SS zu verschweigen.

Aber die bevorstehende Veröffentlichung der eigenen Autobiographie ist kein nachvollziehbarer Grund. Das ist einfach nur instinktlos und unmoralisch.

Ein von vielen als Literatur-Genie erachteter Nobelpreisträger, welcher sich selbst in viele Debatten zur Vergangenheitsbewältigung eingemischt hat, darf nicht auch nur den leisesten Verdacht aufkommen lassen, aus der Mitgliedschaft in der Waffen-SS Kapital schlagen zu wollen.

Ein Zeitpunkt deutlich vor der Veröffentlichung, zum Beispiel zum Start seines Buch-Projektes, wäre passend gewesen. Das wäre glaubwürdig gewesen. Denn da muss sich Grass schließlich schon Gedanken gemacht haben über den Umgang mit diesem heiklen Thema.

Er aber hat gewartet, um dann umso lauter trommeln zu können. Und sein Trommeln bleibt leider nicht ungehört. Alle Sender bekommen ihr Interview, alle Zeitungen füllen ihre Seiten diverser Rubriken.

Wäre G. Grass wirklich ein Großer, dann hätte er nicht im falschen Moment geschwiegen und im falschen Moment getrommelt.

Sonntag, 13. August 2006

Matte Scheibe!

Irgendwie sind wir mit unserem TV-Bild aus der Kabeldose nicht mehr zufrieden. Unser TV macht jedenfalls dem Begriff "Mattscheibe" alle Ehre. Besonders ARD und ZDF sind stets nur mit ein bischen "Gekrüsel" zu sehen. Der TV-Signalverstärker schafft da auch keine Abhilfe, wenngleich es ohne Verstärker noch schlimmer wäre.

Vielleicht liegt´s an der Qualität der Kabel. Werde mal ein paar neue Strippen mit besserer Abschirmung besorgen.

Aber was nützt das beste Bild am Ende, wenn der gezeigte Inhalt grausam bleibt. So zum Beispiel die Spielszenen von meinem Verein, dem VfB Stuttgart. Gestern hatten wir extra ein paar Fußball-Freunde (allesamt VfB-Fans im Westen der Republik) eingeladen, um die Konferenz zum Buli-Start zu gucken. Und dann das!

Unter Maestro Trap spielte der VfB zu oft unentschieden und deshalb musste der edle Italo-Trainer am Ende vorzeitig gehen. Mittlerweile wäre das VfB-Umfeld wohl froh, wenn wir wieder so oft unentschieden kicken würden.

Arena gebührt übrigens ein Lob. Der Start hat reibungslos geklappt. Sie haben den Fußball zwar nicht neu erfunden, aber zuviel Firlefanz wäre auch unpassend gewesen.

Was zählt, sind das Runde und das Eckige. Und das nächste Spiel ist eh´ das schwerste, erst recht, aus Sicht des VfB...

Freitag, 11. August 2006

Was für ein Terror!

Noch immer stecken einem die gestrigen Terror-Nachrichten in den Gliedern! Man mag sich gar nicht ausdenken, was passiert wäre, wenn...

Die Schreckensmeldungen enthalten versteckt auch eine gute Nachricht: Die Geheimdienste haben offenbar gut funktioniert. An dieser Stelle zeigt sich, dass dieser Art von Terror nicht mit klassischen Mitteln der Militärs begegnet werden kann im Sinne eines Einmarsches mit Panzern und Raketen in irgendein islamischen Land der arabischen Welt. Diese Art von Terror verlangt nach Gegenwehr auf Augenhöhe, also nach globaler Abstimmung der Sicherheitsbehörden und ihrer Geheimdienstnetzwerke.

Man darf sich allerdings auch sicher sein, dass Ermittlungsmethoden angewandt wurden (z. B. Abhörmaßnahmen ergriffen wurden), welche mit in Deutschland praktiziertem Datenschutz wahrscheinlich nicht vereinbar gewesen wären. Darf das sein? Es darf und muss sogar!

Geht es um die Aufklärung und die Prävention hinsichtlich von Schwerverbrechen wie Mord oder gar Massenmord, dann sollte jeder im Sinne seiner eigenen Sicherheit den Schutz seiner Daten als nachranging betrachten. Wer nicht involviert ist, hat auch nichts zu befürchten.

Ungeachtet dessen macht mich der Terror ratlos und zugleich zornig. Er entspringt wohl einer gewissen Perspektivlosigkeit. Offenbar fühlen sich in vielen nicht so weit entwickelten Ländern der arabischen Welt zahlreiche Menschen von der Entwicklung abgehängt. Aufgestachelt von ihren jeweiligen Machthabern sehen sie in der westlichen Welt und ihrer Lebensweise eine Bedrohung.

Noch viel unverständlicher ist allerdings, dass sie sich in westlichen Ländern lebend an den Rand gedrängt fühlen. Einerseits wird niemand gezwungen, in einer westlichen Gesellschaft zu leben und andererseits unternehmen bestimmte religiöse Kreise und Kulturen auch keinerlei Schritte für eine schnelle Intergration. Das Leben in Parallelgesellschaften führt aber zu noch mehr Konfrontation und im Ergebnis zu noch mehr Hass.

Wenn dieser sich in Gewalt entlädt, wird sich stets auf die Handlung im Namen des Glaubens berufen. Und dass ist heuchlerisch, falsch und im Übrigen erweist es der eigenen Religion einen "Bärendienst". Durch den Koran findet Massenmord jedenfalls keine Legitimation. Und es werden friedlebende Moslems überall auf der Welt diskreditiert.

Letztere sollten jedoch deutlicher machen, dass sie sich von dem Terror klar distanzieren und nicht insgeheim mit ihm symphatisieren.

Was für eine schwierige Welt, in der wir da leben!

Warum ein Dialog zwischen dem christlichen Glauben und dem Islam so gut wie zum Scheitern verurteilt ist, darüber informiert ein echt lesenswerter Kommentar von Prof. Dr. Bassam Tibi (Uni Göttingen/ Harvard Uni). Hier klicken!

Familie Koch

Düsseldorf

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