Montag, 6. Dezember 2010

iPad

Seit ein paar Tagen bereichert ein weiteres Gadget unseren Haushalt – Apples iPad. An diesem Tablet-PC scheiden sich gemeinhin die Geister. Die einen sehen darin ein geniales Gerät für das flotte Surfen auf dem Sofa (oder unterwegs). Andere halten das iPad für überteuert und in seiner Funktionalität limitiert.

Da drängt sich die Frage nach unserem Zwischen-Fazit auf. Nun: Das iPad ist ein großer iPod Touch, nicht mehr und nicht weniger. Bestimmte Dinge lassen sich damit entschieden besser tätigen, für andere Anwendungen ist das iPad dagegen weniger bis gar nicht geeignet. Den integrierten Musik-Player wird man auf Grund der Größe des Geräts zum Beispiel nie beim Joggen nutzen. Hierfür ist natürlich der iPod wesentlich besser geeignet.

Surfen wiederum kann man mit dem iPad entschieden besser. Internetseiten werden so gut wie auf einem normalen PC dargestellt, die Navigation ist durch die Touchscreen-Bedienung so einfach, dass es leichter schlicht nicht mehr geht. Befehle werden ohne Verzögerung umgesetzt, nichts hakt und ruckelt. Die Darstellungsqualität ist top, was auch für Videos gilt.

Apropos: Das gängige Flash-Format wird nicht unterstützt. Apples Gründe hierfür mögen vielfältig sein. Die Nutzbarkeit des iPads wird dadurch aber erheblich eingeschränkt.

Das gilt auch in Bezug auf die Nutzung der Bluetooth-Schnittstelle. Diese dient einzig dazu, das iPad mit externer Hardware drahtlos zu koppeln. Ein schneller Transfer von Dateien (z. B. Fotos, Videos, Dokumente) lässt sich damit aber leider nicht realisieren. Dafür bedarf es immer eines Sync-Vorganges über einen Mac/ PC mittels des Programmes iTunes.

Immerhin: Hat man erst einmal seinen stationären Rechner hochgefahren und das Programm iTunes gestartet, lassen sich beide Geräte spielend auf den aktuellen Stand des jeweils anderen Gerätes bringen – gleich ob Kontakte, Kalendereinträge, Musik, Videoclips, Mail-Accounts oder etwa in iPhoto abgelegte Fotos und Alben.

Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit immer leichter zu bedienen, ist die virtuelle Tastatur. Damit lassen sich Texte zwar nicht so schnell schreiben wie auf einer normalen Tastatur. Aber es geht doch wesentlich leichter von der Hand als etwa mit einem Handy oder via der ungleich kleineren virtuellen Tastatur eines iPod Touch/ iPhone.

Empfehlenswert ist in dem Zusammenhang der Kauf einer „App“ zum Lesen, Bearbeiten und Erstellen von Office-Dokumenten. Auf unserem iPad verrichtet beispielsweise „Documents to go“ zum akzeptablen Kaufpreis von 7,99 Euro seinen Dienst. Die Datensynchronisation wird in dem Fall nicht über iTunes, sondern über ein kleines Dienstprogramm mit dem Mac vorgenommen, klappt aber auch problemlos.

Und sonst? Sensationell und fast schon ein Kaufgrund ist die Akku-Laufzeit des iPad. Bei permanentem Online-Einsatz via WiFi hält das iPad mehr als neun Stunden durch – das dürfte bislang kein Notebook, Netbook oder Handy toppen.

Wer allerdings beim Power-Surfen auf die Idee kommt, mal eben ein paar Seiten auszudrucken, bei dem dürfte die Euphorie jedoch schnell wieder verfliegen. Denn an einen Drucker direkt anschließen kann man das iPad nicht. Wer das neueste Software-Update aufgespielt hat, kann wenigstens „AirPrint“ nutzen und den Druckvorgang via WiFi-Schnittstelle starten. Das setzt natürlich einen entsprechend funknetztauglichen (teuren) Drucker voraus.

Schade, dass die „Adobe-Aversion“ von Apple auch in diesem Punkt greift. Es würde jedem iPad-Besitzer schon enorm weiterhelfen, ließen sich Dokumente und Webseiten als PDF erstellen und z. B. via Mail weiterleiten.

So bleibt unter dem Strich das Fazit, dass das iPad grundsätzlich ein vor allem für den Couch-Surfer sinnvolles, fast geniales Gerät ist. Mit der Zeit liegt es zwar etwas schwer in der Hand. Aber es ist immer noch deutlich leichter als nahezu alle marktgängigen Netbooks. Dumm nur, dass Apple in vielerlei Hinsichtlich nicht über den eigenen Schatten springen konnte und damit die Usabilitity des iPads unnötig limitiert hat.

Eine Empfehlung kann demnach einzig für die mit 499 Euro vergleichsweise günstige Einsteigerversion abgegeben werden (mit SIM-Steckplatz für 599 Euro). 16 GB Speicher, das klingt zwar etwas ärmlich, ist aber völlig ausreichend für ein Gerät, das zwingend einen weiteren PC/ Mac im Haushalt zwecks plausibler Datensynchronisation voraussetzt.

Die iPad-Topversion mit 64 GB Speichervolumen kostet dagegen bereits 699 Euro (inkl. SIM-Steckplatz für 799 Euro) und liegt damit preislich schon in Reichweite des neuen MacBook Air (999 Euro). Für einen moderaten Preisaufschlag erhält man hier schon einen vollwertigen Mac, der nicht minder kompakt ist als ein iPad.

Am unteren Ende der Preisskala bietet sich der iPod Touch als günstigere Alternative zum iPad an. Kurz: Man hat die Qual der Wahl!

Wer einen stationären Desktop-PC hat, wird häufiger auch Bedarf an einem Gerät für den mobilen Surf-Einsatz haben und da eignet sich das iPad besser.

Wer dagegen bereits ein Notebook hat und damit bereits bequem auf dem Sofa surfen kann, für den dürfte nur gelegentlich der Bedarf an einem noch kompakteren Zweitgerät bestehen. Hier empfiehlt sich der günstige iPod Touch.

Es ist also alles eine Frage der Geräte-Kombination und der persönlichen Vorlieben.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Volksentscheid

Das Volk will etwas zu sagen haben. Landauf, landab wird jetzt über den Volksentscheid diskutiert. Über alles und nichts soll direkt abgestimmt werden. Herrn Koch würde es schaudern, würde der Volksentscheid tatsächlich flächendeckend eine sprichwörtliche Methode der Wahl.

Klar, Volksentscheid, das klingt erst einmal nach Basisdemokratie. Da kann man eigentlich nichts dagegen haben. Bei genauerer Überlegung lassen sich aber zahlreiche Argumente dagegen finden.

Volksentscheide sind stets "Schwarz-oder-Weiß"-Entscheide - dafür oder gegen etwas. Politik funktioniert aber anders. In der Regel gilt es Abstufungen des "Dafür" oder "Dagegen" zu finden. Auch wenn Kompromisse oft schlechte Kompromisse sind. In den meisten Fällen werden sie doch der Meinung einer breiten Bevölkerungsmenge gerecht.

Volksentscheide würden noch mehr Wahltermine bedeuten. Wer kann das wollen? Es wird von der Politik eh´mit Verweis auf kommende Wahlen hier wie dort viel zu kurzatmig regiert. Diese Tendenz würde sich noch mehr festigen. Totaler politischer Stillstand wäre die Folge.

Volksentscheide würden wahlentfremdet. Viele Wahlen werden schon jetzt eher unter "Denkzettel"-Aspekten geführt. Entschieden wird demnach weniger über die Sache selbst, sondern über übergeordnete parteipolitische Aspekte. Bei Volksentscheidungen, die sich explizit um die konkrete Sache selbst drehen sollten, würde diese Wahlentfremdung in vielen Fällen nicht zu den besten Lösungen führen. Städtebauprojekte haben etwa Wirkungskraft von mehreren Jahrzehnten. Politische Stimmungstrends halten oft nicht einmal ein paar Wochen.

Volksentscheide würden sicher auch unter einer schlechten Wahlbeteiligung leiden. Wenn schon bei Wahlen auf bundes- und landespolitischer Ebene die Beteiligung zurückgeht, würden Volksentscheide sicher keine Ausnahme bilden. Letztlich würde also gar nicht die Mehrheit der Bürger über die jeweilige Sache entscheiden.

Ferner bedingen gerade Volksentscheide einen in der Sache aufgeklärten Bürger. Wer sich aber einmal Antworten auf Umfragen (die Interviews auf s. g. "offener Straße") anschaut, von den Pisa-Ergebnissen ganz zu schweigen, dem überkommen Zweifel, ob man dieses "gemeine" Volk wirklich über alles und nichts abstimmen lassen kann. Darf wirklich ein fundiertes Wissen vorausgesetzt werden für die konkrete Wahlentscheidung?

Das wiederum eröffnet den ohnehin schon omnipräsenten Lobbyisten Tür und Tor. Wo das Volk Probleme mit der Meinungsbildung hat, helfen Verbände, Organisationen, Großkonzerne mit ihrer Meinungsbildungsmaschinerie sicher gern nach - in ihrem Sinne.

Nein, Volksentscheide sind nicht zwingend eine gute Sache. Das Volk wählt seine Vertreter auf allen geografischen Ebenen. Und diese gewählten Volksvertreter sollen gefälligst ihre Arbeit verrichten.

Montag, 27. September 2010

No Concept

Wenn man eine neue Wohnung einrichtet, dann landet man zwangsläufig beim sattsam bekannten schwedischen Einrichtungsdiscounter. Die Möbel sind schlicht und damit massenkompatibel, sie lassen sich (verhältnismäßig) leicht aufbauen und sind günstig.

Aber man stellt sich auch die Frage, ob es denn immer zwingend IKEA sein muss. Man will sich ja auch mal etwas gönnen. (…)

So kamen wir bei der Suche nach einem passenden Couch-Tisch zu einem Laden eines vermeintlichen Premium-Möbelanbieters, dessen Name sich aus dem Titel dieses Blog-Eintrages mit ein klein wenig Phantasie leicht ableiten lässt. Auch dort sind die Möbel flexibel erweiterbar, schlicht und damit gut kombinierbar.

Die Wahl des Couch-Tisches war schnell abgeschlossen – eine schlichte, weiß lackierte Tischplatte mit vier darunter verschraubten Gummi-Rollen. Was danach kam, hatte mit Premium bis auf den Preis aber nichts mehr zu tun.

Es wurde uns die Lieferzeit genannt: 4 Wochen – für eine einfache Tischplatte! Eine Anzahlung in Höhe der Hälfte des gepfefferten Tischpreises (300 Euro) war aber trotzdem per sofort fällig.

Die Frage, ob der Tisch denn montiert abholbereit gestellt würde, wurde wenig premium-like beantwortet. Der Tisch würde geliefert, die Rollen müsste man aber selbst unter die Tischplatte schrauben. Kosten für die Lieferung: 50 Euro (!!!).

Die Dame an der Verkaufstheke muss unseren schock-gefrosteten Gesichtsausdruck gesehen haben. Man könne den Tisch auch umsonst abholen, entgegnete sie. Das könne aber nicht im Laden geschehen, dafür müsse man zu einem Außenlager nach Erkrath, das auch nur an bestimmten Tagen zu bestimmten Uhrzeiten geöffnet habe.

Das haben wir am Freitag dann gemacht. Die Zeitspanne für die Abholung war von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr sehr knapp bemessen. Auch stellte sich heraus, dass die Rollen nicht gerade bombenfest verschraubt werden konnten in der Tischplatte, was wohl in der weichen Sperrholz-Struktur des Möbels begründet liegen dürfte.

Fazit! Der Tisch gefällt. Trotzdem erscheint uns vor dem Hintergrund des Erlebten der vermeintliche „Billigheimer“ aus Schweden nun in einem anderen Licht. Für uns ist das der heimliche Premium-Anbieter, jedenfalls im Vergleich zu Bo Concept. Möbel können direkt nach der Auswahl mitgenommen werden, die Öffnungszeiten sind so bemessen, dass man sich dafür arbeitstechnisch nicht anpassen muss. Und selbst ein Sofa wird einem am Tag des Kaufs für gerade einmal 40 Euro nach Hause bis ins Wohnzimmer geliefert.

Selbst in Sachen Qualität kann sich Bo Concept bei IKEA noch etwas abschauen. Möbel, die bei IKEA mit Rollen versehen werden können, werden ab Werk direkt mit eingelassenem Gewinde versehen. Da dreht keine Holzschraube mehr durch.

So verfestigt sich der Eindruck: Premium ist nicht immer der, der die höchsten Preise aufruft. Und IKEA ist in vielerlei Hinsicht näher dran an Premium, als man das gemeinhin glauben mag.

Sonntag, 15. August 2010

Was zuletzt geschah...

Im Hause Koch ist viel passiert innerhalb der letzten 4 Wochen. Denn alle Mann und Frau Koch sind umgezogen. Es waren zwar nur exakt 140 Meter. Aber sie waren doch genauso stressig, wie es ein Umzug in eine komplett andere Stadt gewesen wäre.

Telefon/ Internet, Strom, Autos - alles musste umgemeldet werden. Da 140 Meter verdammt viele Meter sein können, wenn man alles selber trägt, musste natürlich auch ein Umzugunternehmen kommen und helfen. Hier hat sich Sägewerk Transporte wie schon beim letzten Umzug von uns in 2002 als sehr zuverlässig, flott und günstig erwiesen. Ein Dank an die Crew!

Außerdem standen die letzten Tage (natürlich) im Zeiche von IKEA. Auch wenn man sich immer vornimmt, endlich loszukommen von diesen vermeintlichen Billig-Möbel, so schafft man das am Ende dann doch nicht. Die Möbel sind einfach vom Design her betrachtet schlicht schön, damit gut kombinierbar und hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten zu vielseitig, als dass man sie bei der Neu-Möblierung einer Wohnung komplett übergehen könnte.

Und so ziert nun ein neues Expedit-Regal mit Schubladen-Einsätzen unser Wohnzimmer. Wir hatten vergeblich nach einem anderen passenden Möbel gesucht. Sensationell war der IKEA-Lieferservice (in Kombination mit Hermes) übrigens hinsichtlich unseres neuen Gästesofas Hagalund in Form. Das Sofa wurde gekauft, der Lieferservice beauftragt und 15 Minuten (!!!) nach unser Rückankunft zuhause kam auch schon der Lieferwagen.

Was jetzt noch fehlt, sind die Bilder an den Wänden. Aber damit wollen wir uns Zeit lassen. Erst einmal lassen wir die Räume auf uns wirken. Außerdem finden wir, dass schlicht weiße Wände auch mal eine gute Abwechslung bieten. Manche Möbel wirken dadurch sogar stärker.

In den kommenden Tagen ist der Umzug nun zwar endgültig abgehakt. Leider ist der Urlaub aber damit auch ´rum.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Popstar Bundespräsident?

Quer durch das Land ist Enttäuschung zu vernehmen, dass Joachim Gauck es nicht geschafft hat, erster Mann im Staate Deutschland zu werden. Ich kann diese Enttäuschung und vor allem die Forderung nach einer Direktwahl des Bundespräsidenten nicht ganz nachvollziehen.

Vorweg: Wulff mag ein netter Mensch sein, aber irgendwie wirkt er (noch) nicht bundespräsidial. Trotzdem wundert und ärgert mich der Hype, der um Gauck veranstaltet wird. Der Bundespräsident hat eben nicht ''Popstar'' zu sein, es sollte gerade bei diesem Amt nicht um die große Show gehen. Mit Carstens, Herzog und zuletzt Köhler fallen mir spontan drei Präsidenten ein, die vom Volk sicher nicht gewählt worden wären (''Horst...wer?!'') und die doch am Ende beim Volk sehr beliebt waren. Im Übrigen können sich Symphatien sehr schnell drehen. Als der weltgewandte Schröder Bundeskanzler wurde, hatte sich das Volk förmlich nach ihm gesehnt (nach dem Mief der letzten Kohl-Jahre). Dann kam der Absturz und am Ende wurde er vor allem wegen seiner Politik fast gehasst - nur ging es eben vorrangig um Politik. Die gleiche Symphatiewerte-Achterbahn durchfährt gerade die einstige Super-Angie. Kurzum: Wir haben genug Wahlk(r)ampf in Deutschland. Eine Schlacht um den ohne große Verantwortung ausgestatteten Präsidenten sollte sich unser Land ersparen. So mag zwar weiterhin Parteitaktik bei der Besetzung dieses Amtes die wichtigste Rolle spielen. Aber wir werden auch weiterhin mit dieser Verfahrensweise respektable Präsidenten bekommen.

Unterdessen möchte sich Joachim Gauck weiter etablieren als respektabler Fast-Präsident. Er hat angekündigt, sich auch künftig einmischen zu wollen. Sollte er dies tatsächlich tun, werden wir erleben, dass er der SPD und den Grünen nachträglich noch ganz schön vor die Füße fallen könnte. Weil er mit seiner konservativen Grundeinstellung gerade bei diesem politischen Lager anecken dürfte mit seinen Thesen. Und damit dürfte er auch das ein oder andere Mal belegen, warum ihn die Linke ungeachtet der Stasi-Thematik einfach nicht mitwählen konnte/ wollte.

Popstars stürmen eben die Charts, können dem ein oder anderen dann aber auch ganz schon auf den Zeiger gehen mit ihrem Gesang.

Montag, 21. Juni 2010

DApperter DFB

Website war gestern. Wer heutzutage etwas auf sich hält, bietet seiner Kundschaft eine "App". Mit dieser "Applikation" kann dann die Zielgruppe noch zielgenauer und via iPhone & Co. auch unterwegs die wichtigsten Neuigkeiten herunterladen.

Mehr als eine Woche nach Start der WM kam nun endlich auch den Marketing-Managern beim DFB offenbar der Gedanke, der gemeine Deutschland-Fan könne sowas gebrauchen. Das mögliche Aus vor Augen, will man wohl schnell noch etwas Neues launchen. So weit, so spät!

Ob die App auch etwas taugt, darf bezweifelt werden. Denn für das Mini-Programm wirbt der DFB mit einem Screenshot einer Pleite aus einem Spiel gegen Argentinien. Hier!

Nur wer stets alle Auswechselchronologien der Nationalmannschaft über Jahre im Kopf hat, wird diese Abbildung mit dem letzten Testspiel gegen Argentinien in Verbindung bringen.

Trotzdem bleibt das Beispiel missraten. Denn die Allermeisten dürften bereits an ein mögliches K.O.-Spiel Deutschlands bei der WM gegen Argentinien denken. Und da wäre eine Niederlage ganz schön dAppert. Genau wie diese App vom DFB daherkommt.

Dienstag, 8. Juni 2010

Anreiz Elterngeld?

Lange hat man der Regierung Untätigkeit vorgeworfen. Jetzt haben sie sich doch zusammengerauft und schon geht ob des geplanten Sparpakets ein Proteststurm durch das Land. Besonders krititisiert wird die Straffung des Elterngeldes und der Entfall des Elterngeldes für Bezieher von Hartz IV.

Obwohl Familie Koch selbst in den Genuss des Elterngeldes gekommen ist, hat sich uns der Sinn und insbesondere die üppige Höhe des Elterngeldes nie so richtig erschlossen.

Das Elterngeld war wohl mal gedacht als Anreiz, die Erwerbstätigkeit zu unterbrechen, um ein Kind zu bekommen. Dabei hat der Staat jedoch den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. Wohl kaum einer wird die Frage nach einem Kind davon abhängig machen, welchen Verdienstausfall er/ sie in der Elternzeit erleidet. Viel relevanter dürfte doch eher die Frage sein, wie Familie und Beruf (und damit der Lebensunterhalt) dauerhaft miteinander zu vereinen sind. Vorrangig hätte man also in den Ausbau der Betreuung investieren sollen. Das ist bislang nur halbherzig geschehen, auch weil den Kommunen das Geld dazu fehlt. So kassieren Eltern fleissig Elterngeld, tauschen sogar extra eine gewisse Zeit vor der Elternzeit die Steuerklassen, um besonders viel Elterngeld zu kassieren (was wir übrigens nicht getan haben). Und doch stehen sie am Ende der Elternzeit oft vor dem Dilemma, dass sie mangels geeigneter Betreuungsmöglichkeiten ihre Erwerbstätigkeit deutlich reduzieren oder gar ganz aufgeben müssen. Viele würden da wohl doch lieber komplett auf das Elterngeld verzichten, wenn sie dafür wieder nahtlos in ihren Job einsteigen könnten.

Nach oben hin hätte man das Elterngeld demnach ruhig noch mehr deckeln können, ohne dass jemand aufgeschrien hätte. Ob es unterdessen gerecht ist, Hartz IV-Empfängern das Elterngeld zu streichen, darüber darf sicherlich diskutiert werden. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass hier der Staat eh´ schon komplett den Lebensunterhalt diesen Familien bezahlt und dass etliche (geldwerte) Leistungen für Hartz IV-Empfänger noch hinzuzurechnen sind, in deren Genuss Normal-Verdiener-Eltern nicht kommen. Denn einen Heizkostenzuschuss bekommen diese ebenso wenig wie etwa reduzierte Tickets für Bäder, Zoos oder den ÖPNV. Im Sinne des Lohnabstandsgebotes hat man seitens der Regierung also wohl hier die Reissleine gezogen und wird nun das Elterngeld kappen.

So bitter es klingt: Der Entfall des Elterngeldes könnte bei den Betroffenen dazu führen, genauer zu überdenken, ob ein Kind in Anbetracht der prekären sozialen Situation wirklich die beste Entscheidung wäre. Denn bei einer Vielzahl dürfte die durch das Elterngeld geförderte Entscheidung für ein Kind letztlich die missliche Lage nur noch tendenziell zementiert haben.

Und das kann weder im Interesse der Betroffenen, des Staates und schon gar nicht der Kinder sein.

Montag, 31. Mai 2010

Die BILD, der Umzug und Dortmund

Als Presse-"Mensch" ist man natürlich stets auf der Suche nach Anschauungsmaterial für gute PR. Was machen die Kollegen anders, was machen sie besser, wovon kann man sich eine Scheibe abschneiden? Mitunter trifft man dabei aber auch auf Beispiele, die einen beruhigt schlafen lassen.

Wie man es besser nicht macht, zeigt zum Beispiel ausgerechnet ein Kollege aus dem Verlag der reichweitenstärksten Zeitung des Landes. Er gibt eine etwas zu saloppe Einschätzung zur Lage von Dortmund im Revier. Geografisch ist an der Pressemeldung nichts auszusetzen. Aber es ist der BILD doch sehr zu wünschen, dass die Leser in Dortmund niemals Kenntnis vom letzten Absatz der Presseinformation bekommen. Hier!

Zitat: "Die BILD-Redaktion Dortmund...zieht nach Essen und damit weiter ins Zentrum des Ruhrgebiets."

Mittendrin statt nur dabei geht wohl doch etwas anders. Die Leser in der Westfalen-Metropole werden sich jedenfalls ihre eigene Meinung BILDen.

Familie Koch

Düsseldorf

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