Mittwoch, 19. Mai 2010

Primat der Spekulanten?

Das kam überraschend und hat die Finanzmärkte sowie die deutschen EU-Partner offenbar überrumpelt: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat über Nacht mehrere Typen besonders spekulativer Transaktionen untersagt: Konkret geht es um ungedeckte Leerverkäufe von Staatsanleihen aus der Euro-Zone und um Aktien mehrerer Banken.

Die harsche Kritik an diesem Vorgehen kann ich einerseits verstehen, andererseits sollte sie Deutschland egal sein.

Mag sein, dass der Vorstoß hätte besser abgestimmt sein müssen mit den europäischen Partnern. Aber die haben zuletzt ja auch alles andere als deutschfreundlich gehandelt. Frankreich versucht immer wieder, eine europäische Wirtschaftsregierung ins Spiel zu bringen, um speziell die deutschen Handlungsoptionen zu beschneiden. Und letztlich kommt vor allem der neu geschaffene EU-Rettungsfonds für notleidende Mitgliedsstaaten einer "Vollkasko-Versicherung" mit Hauptgarantie durch Deutschland gleich. Nicht zuletzt deshalb sind die Aktienkurse der Bankinstitute (insbesondere auch aus den Nachbarstaaten) in den letzten Tagen ja durch die Decke geschossen, dürfen doch jetzt die gehaltenen Staatsanleihen aus Krisenstaaten weitestgehend als abgesichert gelten.

Kann man den nassforschen Alleingang durch die BaFin vor diesem Hintergrund als Retourkutsche werten?! Am wenigstens muss einem noch die Nervosität der Spekulanten Kopfzerbrechen bereiten. Man gewinnt ohnehin schon den Eindruck, alles sei nur noch ausgerichtet an der Prognose über deren wahrscheinliches Verhalten als Reaktion auf diese oder jene Entscheidung. Wenngleich Europa die Fehlkonstruktion des Euros selbst zu verantworten hat, so sollte man sich nicht fortdauernd einzig dem Primat der Spekulanten beugen. Gerade eine so unberechenbare Aktion wie die der BaFin kann insoweit heilsame Wirkung entfalten. Weil damit die Spekulation riskanter wird.

Das wiederum dürfte sogar der Finanzmarktstabilität eher dienlich sein.

Dienstag, 11. Mai 2010

Geschlossener Sonntag

Ja, das stellt man sich doch irgendwie anders vor. Groß angekündigt wurde in der Zeitung der verkaufsoffene Sonntag für den Stadtteil Gerresheim. Hier gibt es noch zahlreiche inhabergeführte Geschäfte, eben das Besondere im sonstigen Einheitsbrei der Handelsketten.

Doch was muss ich heute in der Zeitung lesen? Nur ein Supermarkt hatte geöffnet, alle anderen Geschäfte waren zu. Die zahlreich auch aus anderen Stadtteilen angereisten Kunden standen vor verschlossenen Türen.

Ich hatte schon überlegt, ob ich auch mal mit der Familie Bummeln gehen sollte. Auf Grund des zeitgleichen Besuchs des Fortuna-Spiels hatte ich es dann allerdings doch nicht getan. Trotzdem ärgert mich die Ignoranz der Geschäftsleute.

Da wird immer geschimpft auf den Verdrängungswettbewerb mit den (meist günstigeren) Handelsketten. Aber wenn sich die Händler dann mal in ein gutes Licht rücken können, verschließen sie lieber ihre Türen. Dabei hätte man gerade an einem Sonntag mal Zeit in Ruhe zu stöbern und einzukaufen. Viel zu oft schafft man es an Werktagen nicht, rechtzeitig bis zum Ladenschluss um 18:30 Uhr (manche schließen in Gerresheim auch schon um 18:00 Uhr) im Stadtteil zu sein. So bleibt einzig das Wochenende für Erledigungen.

Ebenfalls ärgerlich sind die Öffnungszeiten in den Mittagsstunden. Oder sollte man besser von Nicht-Öffnungszeiten sprechen?! Denn just, wenn man Mittagspause macht, machen es die Händler auch. Klar, jedem sei seine Pause gegönnt. Aber vom Kunden her gedacht ist es nicht, wenn man als Einzelhändler immer gerade dann seine Türen verschließt, wenn der Kunde eigentlich Zeit hätte.

So wundert es mich nicht, wenn immer mehr kleinere Geschäfte auch in den Stadtteilen aufgeben müssen. Ich bin gern bereit, auch mal etwas mehr zu zahlen, wenn mir dafür ein besonderes Ambiente oder ein besonderer Service geboten wird. Abhetzen möchte ich mich dafür aber nicht.

Warum etwa muss ein Buch- oder ein Weinhändler morgens in einem Stadtteil um 9 Uhr öffnen? Würde er erst um 11 Uhr, dafür aber durchgängig bis 18:30 Uhr oder 19:00 Uhr öffnen, würde er bestimmt nicht weniger Umsatz machen. Aber seine entspannten Kunden würden es ihm danken und vielleicht öfter mal hereinschauen.

Wer dagegen seiner "Zielgruppe" auch noch an einem verkaufsoffenen Sonntag die lange Nase bzw. geschlossene Tür zeigt, ist mit seinem Angebot ziemlich überflüssig.

Schade Gerresheim, Chance vertan!

Samstag, 8. Mai 2010

Griechenland in NRW

Was muss ich da heute Morgen in der Zeitung lesen? Vor allem die Finanzkrise in Griechenland und der politische Umgang damit wird die Landtagswahl in NRW entscheiden. So wollen es die Meinungsforscher herausgefunden haben.

Ich bin entsetzt. Wenn dem wirklich so wäre, dann spräche das für die mangelnde politische Reife der Wähler. Ein Landtag wird in NRW für fünf Jahre gewählt. Es gibt zahlreiche Themen, für die es sich lohnt, Parteien zu wählen bzw. abzustrafen. Beispiele gefällig?

Sollen Schüler länger gemeinsam lernen? Sollen die Eltern über die Schulform der weiterführenden Schule entscheiden oder der Klassenlehrer? Sollen Kernkraftwerke in NRW schneller abgeschaltet oder länger am Netz gehalten werden? Sollen Kohlekraftwerke gefördert werden oder nicht?

Das sind Fragen, um die es gehen sollte bei der Wahl und die durch die Wahlprogramme der Parteien doch ganz gut beantwortet werden. Wer wird sich schon in einem oder zwei Jahren noch daran erinnern können, was in den zwei Wochen vor der Wahl die politische Stimmung beeinflusst hat?!

So hoffe ich, dass die Wähler schlauer sind, als es die Meinungsforscher uns unterstellen.

Auch hoffe ich, dass es irgendwann einmal ein Gesetz gibt, dass die Veröffentlichung von Meinungsumfragen ab zwei Wochen vor Wahlen verbietet. Denn die Umfragen selbst können Wahlen beeinflussen, insbesondere wenn sich dadurch - wie jetzt - Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den großen Parteien abzeichnen. Dann sind es die kleinen Parteien, die verlieren, weil sich die Wähler dem Trend anschließen, zwischen den Hauptfiguren für die Regierungsbildung zu entscheiden.

Es steht viel auf dem Spiel bei der Wahl in NRW. Es gibt gute Gründe, die bestehende Regierung abzustrafen. Die keineswegs schlechte Regierungsbilanz gibt ebenfalls gute Gründe, diese Regierung im Amt zu belassen. Nur: Griechenland sollte kein Grund für die Wahlentscheidung sein.

Denn NRW liegt nicht in Griechenland und Griechenland nicht in NRW!

Donnerstag, 1. April 2010

Verjährung

Alles kommt irgendwann ´raus. Und wenn der erste unter dem Stein hervorgekrochen ist, dann kommen alle anderen auch darunter hervor.

Aktuell vergeht kein Tag, ohne dass man nicht von neuen Gewalt- und Missbrauchsfällen an deutschen Lehranstalten erfährt. Gleich ob Kirche, Stift oder Normalo-Schule - landauf landab muss vor rund 30 Jahren (und sicherlich noch viel früher) geschlagen worden sein, was der Bizeps hergab.

Die Zeit ist reif, dass auch ich mich oute und dies ist kein April-Scherz. Ja, auch meine Grundschullehrerin hat mich geschlagen. Und als sie dann in Ruhestand ging, knüpfte knallhart die Nachfolgerin an und langte ebenfalls zu.

Soll ich mich nun mit meiner Story an Lanz, Kerner, Will, Beckmann oder doch vielleicht besser sogar direkt an die BILD wenden? Ich sehe schon die Übertragungswagen vor dem Altenheim stehen.

Will ich das wirklich? Nö! Wofür ich die Backpfeifen verpasst bekommen habe, weiss ich nicht mehr. Aber ich habe mich irgendwie schuldig für irgendwas gefühlt.

Heute würde man das alles anders sehen. Und wahrscheinlich kommen jetzt auch deshalb so viele auf einmal und erinnern sich. Sie hatten ihre Erlebnisse verdrängt oder vielleicht sogar vergessen. Erst heute wissen sie, dass es eigentlich ein Skandal war.

Der Zeitgeist ist nun ein anderer. Deshalb ist es gut, dass es "Verjährung" gibt. Denn auch das Unrechtsbewusstsein der "Täter" war damals wohl weniger ausgeprägt, als es dies (hoffentlich) heute vor dem Hintergrund eines veränderten Zeitgeistes ist.

An dem Beispiel kann man aber auch sehen: Früher war wohl doch nicht alles besser.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Dienstag, 9. März 2010

Venlo

Wenn man in einer Einkaufsmetropole wie Düsseldorf wohnt, zieht es einen nicht unbedingt in andere Städte, um dort auf Shopping-Tour zu gehen. Das war wohl der Grund, warum Herr Koch noch nie im nahegelegenen Venlo war. Kollegen und Bekannte hatten sich stets eher negativ geäußert über die holländische Grenzstadt. Sie sei speziell an Brückentagen und Wochenende total überlaufen. Nun begab es sich, dass ich kürzlich noch Resturlaub abfeiern konnte – an einem Dienstag im März. Was fängt man mit so einem Tag an? Irgendwas im Haushalt ist immer zu tun. Und meist verbringt man also einzelne freie Tage mit irgendwelchen Pflichtaufgaben. SO sollte mein freier Tag nicht enden! Und diesem Umstand war es geschuldet, dass ich nach 38 Jahren erstmals ins 65 km entfernte Venlo aufbrach. Mein Fazit fällt erstaunlich positiv aus. Die Stadt an der Maas ist zwar keine überwältigende Schönheit, aber wiederum auch nicht hässlich. Außerdem kommt man sich trotz der Grenznähe vor wie in einem erfrischenden Kurzurlaub – Häuser, Verkehrsschilder und natürlich die Sprache sind anders. Man ist nah dran an der Heimat und doch im Ausland! Allein für diesen Fernwehheilungs-„Quickie“ lohnt sich eigentlich schon der kurze Abstecher. Natürlich gibt es in der Innenstadt die auch aus deutschen Fußgängerzonen sattsam bekannten Ladenketten. Abwechslung sieht anders aus. Aber immerhin war noch Schlussverkaufsphase. Und so konnten etliche Marken-Textilien extrem günstig erstanden werden. Im Übrigen gibt es selbst für gutes Geld in Deutschland bestimmte Dinge nicht zu kaufen, die in Holland wie selbstverständlich ganze Supermarkt-Regale füllen. Neben spottbilligem Kaffee (500g für 1,59 Euro) landeten das hierzulande völlig unbekannte Sandwich Spread und Schokoladenflocken („Vlokken“) in meinen Einkaufstüten – also in mehrfacher Ausführung. Und so kam dann auch der Rest der Familie Koch abends und an den Folgetagen in den Genuss von ein klein wenig Urlaubsfeeling. Venlo war und ist also eine Reise wert.

Samstag, 20. Februar 2010

Auflaufkind

Auflaufkind? Hinter dieser wirren Wortschöpfung versteckt sich genau das, was unser Junior I gestern war in der Zweitliga-Partie von Fortuna Düsseldorf gegen RW Ahlen. Er durfte an der Seite von Fortuna-Abwehrspieler Christian Weber mit auf das Spielfeld in die Esprit-Arena auflaufen - vor immerhin 18.500 Zuschauern.

Möglich gemacht hat dies der Fortuna "Kids Club". Für gerade einmal 30 Euro Jahresbeitrag werden die Jüngsten Mitglied in diesem Club (und nebenbei auch bei Fortuna). Unter der Regie von Sonja Reidenbach werden regelmäßig spannende Aktivitäten rund um die Themen Fußball & Fortuna organisiert, an denen dann die "Kids" teilnehmen können.

Vor Fortunas Heimspielen gibt es immer einen Erlebnistag für die Jüngsten, die dann an dessen Ende eben mit den Fortuna-Spielern einlaufen dürfen.

Und so lief der Tag gestern ab:

Bereits drei Stunden vor dem Abpfiff versammelten sich die vorher auserwählten Kidsclub-Mitglieder vor der Esprit-Arena. Fortuna-Projektleiterin Sonja Reidenbach übernahm sodann die Regie. Samt ihrer (ebenso glücklichen) Begleiter durften die Kleinen die wichtigsten Räume und Orte im Stadion genauer unter die Lupe nehmen. Nach einem Abstecher in den VIP-Bereich und auf die Haupttribüne konnte sogar das "Heiligtum" besichtigt werden - die Fortuna-Kabine. Alle Spieler-Trikots und Schuhe waren schon sorgfältig aufgehängt und hingestellt und äußerst andächtig wurde diese Sportausrüstung von den Kindern genau inspiziert und natürlich angefasst.

Danach ging es ab in den Presseraum, die Kinder durften den großen Auftritt vor der Weltpresse mimen. Ja, und dann ging es hinab in den Kabinengang und eine Sammelkabine zum Umziehen. Alle Kidsclub-Mitglieder bekamen ein gelbes Leibchen (natürlich mit Fortuna-Logo) und so waren für den großen Auftritt alle gerüstet.

Locker und in keiner Weise abgehoben präsentierten sich an diesem Tag die Spieler. Sie hatten schon kurz vor dem Warmmachen den Kids fleissig Autogramme geschrieben und nahmen kurz vor Spielbeginn nun auch beherzt die "Lütten" an ihre Seite.

Natürlich musste nach dem Anpfiff keiner nach hause entschwinden. Alle beteiligten Kinder und ihre Begleiter wurden von Fortuna mit Eintrittskarten bedacht und konnten so live den verdienten 4:0-Sieg gegen die Westfalen bejubeln.

Für Fortuna wird sich das Engagement und das Investment in die Aktivitäten des Kids-Clubs garantiert auszahlen. Wer so etwas als Kind einmal mitgemacht hat, wird daran immer denken und dürfte für den Rest des Fanlebens "infiziert" sein.

Freitag, 12. Februar 2010

Flip: Flop?

Jetzt ist sie also endlich da – die Flip Ultra HD. Trotz der Pleite eines Versandhändlers habe ich sie mir glatt noch einmal bestellt. Damit war sie quasi für mich doppelt so teuer und muss erst recht etwas taugen.

Der erste Test erfolgte gestern. Alle Facebook-Freunde konnten das Ergebnis bereits anschauen. Das schriftliche Fazit folgt nun auf dem Fuße.

Vorteile:
Die Flip Ultra HD sieht nicht nur chic und edel aus, sie fühlt sich auch so an. Im Gegensatz zur normalen Flip Ultra überzeugt der gummierte Überzug (statt Hartplastik). Insgesamt liegt dieser Camcorder gut in der Hand. Außerdem ist er denkbar einfach zu bedienen. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass Pure Digital es geschafft hat, den „iPod unter den Camcordern“ zu kreieren. Das Gerät startet schnell und mit einem Click auf den zentralen roten Aufnahmeknopf startet auch schon die Videoaufnahme. Die Play-Taste ermöglicht die Wiedergabe, die Papierkorb-Taste „entrümpelt“ von überflüssigem Video-Datenmüll. Auch die mitgelieferte Software „FlipShare“ ist ein dicker Pluspunkt. Damit lassen sich im Handumdrehen Video-Filme auf den Rechner übertragen, bearbeiten und ins Internet hochladen. Von besonderem Vorteil ist, dass die Flip Ultra HD auch mit handelsüblichen AA-Mignon-Batterien betrieben werden kann. So entfällt etwa bei Urlaubsreisen die lästige Mitnahme eines Ladegerätes.

Nachteile:
Apropos Ladegerät! Die HD-Variante wird zwar serienmäßig mit einem Akku ausgeliefert. Dieser lässt sich jedoch nur über den USB-Port eines PC laden – und auch ausschließlich im Arbeitszustand des Rechners (nicht Ruhezustand). Nicht einmal von einem USB-Ladegerät, welches im Hause Koch z. B. zum Aufladen der iPods verwendet wird, wollte sich der Flip-Akku unter Strom setzen lassen. Ist der Akku erst einmal aufgeladen, verbraucht sich seine Energie rasend schnell im Videoeinsatz. Hier sollte der Hersteller umdenken und konsequenterweise auch bei der HD-Variante auf die Beigabe eines Akkus verzichten. Wichtiger wäre die kostenfreie Beigabe eines HDMI-Verbindungskabels oder eines USB-Verlängerungskabels. Denn die Flip Ultra HD lässt sich mit ihrem USB-Klapparm nicht an jeden Rechner gut anschließen. Im Kern geht es jedoch bei einer „Cam“ um das Video-Ergebnis. Das erzeugte Bild ist zwar bei normalen Lichtverhältnissen in Ordnung. Allerdings quittiert das Gerät kleinste Wackler bei der Aufnahme mit heftigem „Bildschütteln“ im Video. Und auf die Benutzung des zweifachen Digital-Zooms sollte man von vornherein verzichten, sonst ruckelt die Aufnahme. Je dunkler die Lichtverhältnisse, desto stärker ist das Bildrauschen. Immerhin ist die Flip den verschiedenen Tests von Fachmagazinen folgend hier in schlechter Gesellschaft mit vielen anderen Camcordern.

Gesamturteil:
Vom „HD“-Label sollte man sich insgesamt nicht blenden lassen. Mit Camcordern der Top-Kategorie kann sich die Flip nicht messen lassen, selbst, wenn der jeweilige Vergleichscamcorder keine Aufnahmen in „HD“-Auflösung bereitstellt. Denn nicht nur die Auflösung (Output) zählt, sondern auch der Input durch ein entsprechend leistungsstarkes Objektiv. Als Schnappschuss-Kamera ist die Flip gut geeignet. Sie passt in jede Tasche, ist schnell zur Hand und flott startklar. Die Frage ist, ob man zwingend für diese Einsatzzwecke die HD-Variante benötigt. Denn durch das erhöhte Datenvolumen wird auch entsprechend mehr Zeit zum Hochladen der fertigen Videoclips ins Netz benötigt. Für Mac-User empfiehlt sich in diesem Zusammenhang bevorzugt der Einsatz von „iMovie“ zur Filmverarbeitung und –bereitstellung. Damit können fertige Videos in verschieden große Dateien umgewandelt werden. Diese Funktion hätte auch der „FlipShare“-Software gut zu Gesicht gestanden. Insgesamt wechseln Licht & Schatten in Bezug auf dieses neueste Gadget im Hause Koch. Der Standard-Verkaufspreis von 189 Euro ist entschieden zu hoch gegriffen für die Flip Ultra HD. Wer sie im Internet für rund 40 bis 50 Euro weniger erwirbt, erhält einen brauchbaren Zweit-Camcorder. Mehr sollte das Gerät allein auch schon deshalb nicht kosten, weil sicherlich in naher Zukunft bereits die ersten Mobiltelefone auf den Markt kommen werden, die in gleicher Qualität Videos werden erzeugen können.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Vorkasse

Es musste ja irgendwann einmal passieren. Natürlich zählt der Online-Einkauf auch im Hause Koch bereits zur Normalität. Hinsichtlich der Bezahlung ist es ja leider meist so, dass man die „Katze im Sack“ kauft. Kaum ein Online-Händler bietet einem schließlich die Option der Bezahlung auf Rechnung. Und die Bezahlung via Nachnahme ist meist so teuer, dass sie den Vorteil des Online-Kaufs fast komplett aufwiegt.

Lange Vorrede, kurzer Sachverhalt: Bestellt wurde kürzlich bei „GermanOffice“ ein Camcorder. Knapp 150 Euro wurden entsprechend der Bestellbestätigung überwiesen und dann wurde abgewartet. Doch es tat sich nichts mehr. So schnell wie die Bestellbestätigung via E-Mail eingetroffen war, so schnell hätte eigentlich auch eine Bestätigung der Zahlung und des Warenversandes erfolgen sollen.

Es tat sich aber nichts. Da die Bewertungen in den einschlägigen Online-Portalen zu diesem Händler ausnahmslos positiv waren, wurde erst recht Misstrauen geschürt. Wer sonst alles reibungslos abwickelt, der würde sich doch wohl schnell zurückmelden?

Ein Blick auf die Website sorgte dann für Ernüchterung: Kundgetan wurde dort die zwischenzeitlich erfolgte Insolvenz des Händlers. Und mit einmal überschlugen sich die negativen Bewertungen in den Online-Portalen. User wussten von Problemen mit diesem Händler zu berichten. Offenbar wurden viele Kunden über Wochen nach der Vorkasse-Zahlung hingehalten.

Rechtlich bedeutet der Bankrott nun für uns, dass wir uns in die lange Liste der Gläubiger (Insolvenzliste) einreihen dürfen und kaum eine Aussicht auf Erfolg besteht.

„Selbst Schuld“ dürfte manch einer denken, der dem Internetkauf eh´ schon immer suspekt gegenüber eingestellt war und ist. Ist die Sache aber so einfach?

Wenn man etwas schärfer nachdenkt, fallen einem viele Vorgänge ein, bei denen man via Vorkasse/ Anzahlung in Vorleistung tritt und damit auch ein Risiko auf sich nimmt, dass danach Vertragspartner in die Pleite rutscht. In der Änderungsschneiderei, beim Autohändler, beim Bad- und Sanitär-Handwerker sind Anzahlungen auf Material- oder Werkleistungen durchaus nicht unüblich. Wird man immer darauf verzichten können?

Unabdingbar ist die Information vorab: Wie lange betreibt der Geschäftspartner schon sein Geschäft? Hat er ein ortsgebundenes Unternehmen mit klar identifizierbarer Adresse? Wie sind die Bewertungen und was sagt die Mund-zu-Mund-Propaganda? Und letztlich sollte man sich ein Limit für Vorkasse-Leistungen setzen.

All´ diese Kriterien waren im Fall „GermanOffice“ erfüllt. Insofern kann man sich nur mit der Binsenweisheit trösten: Ein Rest-Risiko besteht immer! Dumm gelaufen…

Familie Koch

Düsseldorf

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