Donnerstag, 22. Oktober 2009

Englisch? Deutsch!

Guido Westerwelle machte kürzlich seine ganz speziellen Erfahrungen mit britischen Journalisten. Und auch Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sie jetzt gemacht. Beide sprachen im Rahmen von Pressekonferenzen hier in Deutschland in deutscher Sprache. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Doch sie ernteten dafür (seltsamer Weise auch von deutscher Seite) teils heftige Kritik.

Was war passiert? Bei den Pressekonferenzen waren auch britische Journalisten anwesend, zum Beispiel von der BBC. Diese wollten sich offenbar nicht damit anfreunden, dass deutsche Politiker in Deutschland bei einer Pressekonferenz auf Deutsch reden und forderten sie auf, in Englisch fortzufahren. Westerwelle verwies auf den geografischen Standort der PK und fuhr in Deutsch fort. Lammert hatte etwas mehr Nachsicht und erwähnte immerhin in englischer Sprache, dass er gern in Deutsch fortfahren würde. Er könne ja am Ende das Geschehen der Pressekonferenz noch einmal in englischer Sprache zusammenfassen.

Die Vorgänge haben mich aufgeregt. Insbesondere erscheint es völlig unverständlich, warum selbst deutsche Medien Westerwelle in ihren Kommentaren als wenig weltgewandt darstellten, weil er sich an dieser Stelle dem Englischen verweigerte.

Ich finde es sehr anmaßend, dass eine große Sendeanstalt wie die BBC in Deutschland Korrespondenten einsetzt, die der hiesigen Sprache nicht mächtig sind. Würde ein Korrespondent der ARD oder des ZDF auf die Idee kommen, bei einer Pressekonferenz in London oder Paris die Frage auf Deutsch zu formulieren bzw. nicht in der Landessprache?

Die Fälle zeigen, welch´ sprachlichen Allmachtsanspruch viele Briten pflegen. Aus dem Umstand, dass die meisten gebildeten Menschen der Welt die englische Sprache mehr oder weniger gut beherrschen, wird geschlossen, dass man selbst sich nicht anderer Sprachen annehmen muss.

Aus meiner beruflichen Erfahrung in einem international agierenden Unternehmen kann ich das sogar noch ergänzen. Es scheint für viele Zeitgenossen von der Insel nicht nur selbstverständlich zu sein, dass andere ihre Sprache sprechen. Sie glauben auch noch, alle Welt würde ihre Geschäfts- und Kommunikationspraktiken adaptieren. Anstand Fehlanzeige!

Beispiele gefällig? In Telefonaten reden einen völlig unbekannte Personen mit dem Vornamen an, fragen nicht einmal höflich nach, ob sie in Englisch fortfahren dürfen und nuscheln dann auch noch so in irgendwelchen Dialekten vor sich hin, dass man sie besonders schwer verstehen kann. Wir Deutschen lassen uns ja eine Menge gefallen. Wie mag das aber in Österreich ankommen? Dort redet man sehr oft die Geschäftspartner nicht nur mit dem Nachnamen, sondern dazu noch mit Ihrem akademischen Grad an.

Vor diesem Hintergrund finde ich Überlegungen richtig, Deutsch als offizielle Landessprache im Grundgesetz fest zu verankern. Dann kann es jeder nachlesen. Und wer das dann nicht kann, der sollte zumindest für die BBC in Deutschland keine Pressekonferenzen besuchen.

Montag, 12. Oktober 2009

Jamaika

Die politische Entwicklung im Saarland und die gestrige Kehrtwende der dortigen Grünen hin zu einer Jamaika-Koalition haben Herrn Koch (und wohl nicht nur ihn) ziemlich überrascht.

Mehrere Dinge lassen sich meiner Meinung nach daraus ableiten:

Oskar Lafontaine ist jetzt endlich auf ein erträgliches Maß geschrumpft - vom Fraktionsvorsitzenden einer Oppositionspartei im Bund zum Fraktionsvorsitzenden einer Oppostionspartei im kleinsten Bundesland.

Ferner ist jetzt endgültig erkennbar, dass Lafontaine in den letzten zehn Jahren nichts, aber auch wirklich gar nichts für die Linke in Deutschland erreicht hat. Klar, er hat die Linkspartei voll etabliert in der Parteienlandschaft. Aber was hat das gebracht? Das linke Spektrum ist dadurch nicht größer geworden. Im Gegenteil: Die Mitte wendet sich von der Linkspartei verschreckt Schwarz-Gelben zu - selbst in Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges.

Außerdem erkennt die neue Parteiführung der SPD jetzt hoffentlich, dass ein brutaler Linksruck aus einer Position des Beleidigtseins nach den schlechten Wahlergebnissen aus verschiedenen Gründen überhaupt nichts bringt:

Die Grünen sind nicht zwangsläufig einplanbar als Stimmvieh einer knallhart links ausgerichteten Dreier-Koalition. In NRW grenzen sie sich aktuell stärker von Rot-Rot-Grün ab denn von Jamaika (so wie im Saarland).

Rot-rot-grüne Bündnisse müssen mit Inhalten gefüllt werden. Kann dieser Inhalt aber nur darin bestehen, auf Grund der demografischen Entwicklung unausweichliche Einschnitte in den Sozialstaat zurückzudrehen? Etliche in der SPD sowie natürlich die Linkspartei sehen das so. Bei den Grünen (und den Grünen-Wählern) gibt es da aber viele, die anders und zwar mehr reformorientiert denken.

Die Umfragen nach der Wahl (die bereits den Linksruck der SPD widerspiegeln) zeigen, dass die SPD nur noch weiter droht, an Wählern zu verlieren.

Wenn die SPD so weitermacht, wird sie bald flächendeckend im Osten schwächer sein als CDU und Linkspartei. Dann würde sie selbst bei Koalitionen mit der Linkspartei zum Juniorpartner (siehe Thüringen). Und im Westen ist ihr dann selbst in einer Dreier-Konstellation mit der Linkspartei und den Grünen keine Mehrheit mehr sicher.

Hoffentlich können die Steinmeiers in der SPD noch gegensteuern. Denn Deutschland braucht eine starke SPD mehr als einen gespaltenen rückwärtsgewandten Linksblock.

Samstag, 10. Oktober 2009

Peace mit Obama

Ich freue mich, dass B. Obama Präsident der USA ist. Ich hoffe, dass er in seinem Amt noch eine Menge wird bewegen können. Die Entscheidung, Obama bereits jetzt - nach nur neun Monaten im Amt - zum Friedensnobelpreisträger zu "adeln", finde ich aber lächerlich und populistisch.

Was hat er denn bislang für den Weltfrieden getan? Okay, das weltpolitische Klima mag jetzt eher in Richtung Aufbruch gepolt zu sein. Aber hinsichtlich der bekannten Konfliktherde ist noch gar nichts erreicht.

Der Iran baut weiter an seinen Atombomben und zugleich an dafür geeigneten Trägerraketen. Nord-Korea hat die Bombe schon längst und bleibt unberechenbar. Afghanistan wird immer unsicherer. Die Taliban kehren zurück und Obama wird eher mehr Soldaten dorthin entsenden müssen, als ihm lieb sein mag.

Wie ist also dieser Nobelpreis zu verstehen? Die Friedensdividende von Obamas Wirken zeichnet sich jedenfalls noch nicht ab.

So bleibt die Vergabe dieses Nobelpreises unverständlich.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

St. Pauli

Während der letzten beiden Tage weilte Herr Koch zu einer Presseveranstaltung in Hamburg. Eingebucht war ich im Hotel Ibis im Stadtteil St. Pauli. Schon vorher hatte ich gute Erfahrungen gemacht mit dieser Hotelkette (z. B. in Dresden). Und erneut wurde ich in meinem Urteil bestätigt.

Die Zimmer sind einfach aber funktionell gestaltet. Der Dusch- und Waschraum besteht zwar in den Zimmern des Ibis St. Pauli nicht aus einer abgemauerten Örtlichkeit, sondern aus einer Art Kunststoff-Kapsel (mit den fest verbundenen Bestandteilen Dusche, WC und Waschtisch). Wenngleich diese Lösung etwas an eine Art Luxus-Wohnmobil-Toilette erinnert, erwies sie sich für mich als äußerst zweckmäßig.

Das Frühstück und insbesondere das Rührei sind eine lobende Erwähnung wert. In der Summe kam ich auf 94 Euro pro Nacht. Ohne Umbuchungs- oder Absage-Option wären es 15 Euro weniger gewesen. Da kann man nicht meckern.

Beruflich war der Trip unterdessen erfolgreich. Der PR-Event anlässlich der MEDICA 2009, ausgerichtet in einer führenden Fachklinik für Endoprothetik, erfreute sich einer regen Teilnahme durch die Journalisten.

Auf dem Rückweg von der Klinik ins Hotel erlebte ich dann noch „St. Pauli live“. Mit einmal erblickte ich viele Polizeiwagen, einen Notarztwagen und Kameraleute vom Fernsehen. Ein Fußgänger meinte: „Die drehen bestimmt hier gerade wieder Großstadtrevier.“ Dem war allerdings nicht so. Es hatte sich gerade eine Bluttat mit Todesfolge ereignet, wie dem heutigen Polizeibericht zu entnehmen ist.

Sex & Crime – St. Pauli, wie man es kennt. Leider! Als ich vor 14 Jahren mal für ein paar Monate beruflich in Hamburg lebte, hatte ich den Eindruck, St. Pauli könne sich zu einem trendigen Szene-Viertel entwickeln. Heute zeigt sich dieser Stadtteil ungeachtet seines kultigen Fußballklubs in einem ziemlich schäbigen Licht. Wer nicht völlig zugedröhnt der schnellen Lust fröhnen will, ist hier fehl am Platze und besser zum Beispiel im Schanzenviertel aufgehoben.

Sonntag, 27. September 2009

Herr Koch und die Prognose

So, jetzt kann also meine Prognose vom letzten Montag für den Ausgang der Bundestagswahl überprüft werden. Mit dem Ergebnis für Schwarz-Gelb habe ich goldrichtig gelegen. Aber den linken Parteien-Block habe ich völlig falsch getippt. Die Linken sind stärker als die Grünen und die SPD ist völlig abgerutscht - das hatte ich so nicht auf dem Plan.

Für die SPD werden die kommenden Jahre nun kein Zuckerschlecken. Aber das gilt ebenso für die Unions-Parteien und die FDP. Sie müssen in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Krisensituation unseres Landes das Schiff wieder auf Kurs bringen.

Gibt es Einschnitte, werden sich Linke und SPD in der Opposition mit Protest als Robin-Hood-Bewegung gut etablieren können.

Gilt das Motto des moderaten "Weiter so!" nur eben jetzt mit anderen Farb-Vorzeichen, dann wird Deutschland keine großen Schritte machen und dann wird man das am Ende Union und Liberalen vorhalten.

Aber die Politiker sollten sich nicht beklagen. Andere Leute in diesem Land haben aktuell auch nichts zu lachen in ihren Jobs.

Montag, 21. September 2009

Wahlprognose

Jetzt kommt Herr Koch raus aus der Deckung. Nachher kann man ja immer viel behaupten von wegen "Habe ich ja gleich gesagt, dass das so oder anders ausgeht". Deshalb lege ich mich fest und prognostiziere das folgende Wahlergebnis:

CDU/ CSU - 33,8 %
SPD - 28,2 %
FDP - 13,2 %
Linkspartei - 10,6 %
Die Grünen - 10,2 %

Der Rest geht an andere Parteien. Im Ergebnis heißt das: Große Koalion. In 2013 schwenkt die SPD dann um zu Rot-Rot-Grün und wird das als "Politikwechsel" proklamieren.

Meine Prognose basiert auf der Annahme, dass wir doch eine recht ordentliche Wahlbeteiligung bekommen werden und dass insbesondere die Genossen von den bis dato Unentschlossenen profitieren. Die bisherige Wählerbasis für Schwarz-Gelb führt demnach zu einem geringeren relativen Anteil am Gesamtergebnis. Dieses Phänomen hatten wir schon bei den letzten beiden Wahlen und so wird es wieder kommen.

Theoretisch möglich wäre bei dem genannten Wahlergebnis, dass Schwarz-Gelb durch die vielfach diskutierten Überhangmandate ggf. 1-2 Sitze Mehrheit haben. Ich denke aber mal, Merkel wird nur dann mit Überhangmandaten regieren wollen, wenn es eine stattliche Zahl davon gibt. Immerhin dürfen diese Mandate bei Mandatswegfall (Todesfall, Berufs- oder Jobwechsel) nicht nachbesetzt werden.

Freitag, 18. September 2009

Bunte Wochen

Wer aufmerksam an dieser Stelle mitliest, wird feststellen, dass Herr Koch in letzter Zeit eher micro-bloggt. 140 Zeichen feuert man eben schnell auch mal zwischendurch ab. Ansonsten schreibt Herr Koch grad dienstlich so viel auf Grund der Vorbereitung auf gleich drei Fachmessen im November, dass die private Schreibe etwas zu kurz kommt. Dabei gibt´s durchaus Vieles zu berichten.

Zum Beispiel, dass Makler schnell die Lust verlieren, wenn man nicht Objekte im Vorbeigehen kauf. In Bezug auf ein Reihenhaus hatten wir von den Nachbarn gehört, dass die Fußbodenheizung wohl kürzlich mal einen heftigen Schaden hatte und in der Folge der Esstrich großflächig aufgestemmt wurde. Kommentar von der Maklerin: "Machen sie doch nicht die Nachbarn so wuschig." Die Bitte nach einer Gas- und Wasser-Abrechnung wurde abgelehnt und stattdessen gekontert: "Die Eigentümer haben sich entschieden, nicht an Sie zu verkaufen." Tja, wer was zu verbergen hat, braucht uns sicherlich keine Fragen mehr zu beantworten. Da erübrigt sich zu hinterfragen, warum das besagte Haus schon seit 2 Jahren auf neue Eigentümer wartet.

Was man so erlebt...

Zum Beispiel auch, dass es Frauen merklich peinlich ist, wenn sie einem ins Auto fahren und dass sie sich dafür mit hochrotem Kopf entschuldigen. Kann leider passieren, beschert aber Herrn Koch nun viel Lauferei und eine weitere Erkenntnis.

Zum Beispiel die, dass Versicherungen mitunter schneller auf Rückfragen reagieren können als bereits erwähnte Makler. Eine E-Mail an die Versicherung der schamerröteten Unfallverursacherin wurde bereits nach 8 Minuten per Handy-Rückruf beantwortet. Alle Achtung! Zurich - change happenz.

Und noch eine Erkenntnis brachte der Unfall...

Zum Beispiel die, dass auch schon siebenjährige Mitfahrer männlichen Geschlechts den Tränen nahe stehen, wenn a) das heiß geliebte Auto kaputt gefahren wird und b) damit der Besuch eines Fortuna-Spiels in weite Ferne zu entrücken droht, weil sich die Anreise spürbar verzögert. Die herbeigerufene Polizei war jedoch ganz Freund und Helfer. Einfühlsam wurde getröstet und das erste Tränchen weggeputzt. Und pünktlich zum Anpfiff für das Spiel gegen Augsburg waren Papa und Sohn dann auch in der Arena.

Mal sehen, was die nächsten Wochen noch so bringen.

Sonntag, 6. September 2009

Taufe

Heute war der erste große Tag im Leben von Junior II. Unser Kleinster wurde heute getauft. So hatten sich alle fein gemacht und dann ging es los in Richtung Kirche. Orgelmusik und Predigt - das fand Junior II wohl ganz gut am Sonntag. Er blieb jedenfalls ruhig.

Eine Empfehlung wert ist das Restaurant des Golf-Clubs an der Rennbahn. Hier fand nach der Kirche unsere Tauffeier statt. Golf-Club & Rennbahn, was nach einer versnobten Angelegenheit klingt, war erfrischend normal. Das Brunch-Buffet war top und der Preis fair.

So war es ein rundherum gelungener Sonntag im Hause Koch!

Familie Koch

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