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Donnerstag, 28. Januar 2010

Print vs. Online

Die Gretchen-Frage seit Beginn des Siegeszuges des Internets lautet für Werber "Print oder Online?". Klar, wer auf Nummer sicher gehen will, schaltet sowohl in klassischen Medien und nutzt zugleich die zahlreichen Optionen des Netzes (Banner, suchwortgesteuerte Werbung etc.). Ganz privat haben wir in Bezug auf die Vermarktung einer Immobilie ebenfalls Beides getan. Geschaltet wurde eine Anzeige in der Samstagsausgabe der Rheinischen Post und zugleich nutzten wir das Online-Portal Immoscout24.

Das Ergebnis fällt ziemlich eindeutig aus. Die Online-Schaltung brachte bis heute ca. die vierfache Zahl an Rückmeldungen. Besichtigungen über mehrere Wochenenden bis weit in den Februar hinein sind die Folge. Die Resonanz in Folge der Anzeige war am Wochenende der Einschaltung sehr hoch, von montags an meldeten sich dann aber fast nur noch Makler.

Betrachtet man die Kosten für die Anzeige in der Zeitung (49 Euro pro Schaltung) und des Portals (49 Euro pro Monat), scheint auf den ersten Blick Gleichstand gegeben. Um allerdings eine gleiche Präsenz zu realisieren wie mit der Online-Schaltung, müsste die Zeitungsanzeige schon vier Mal gebucht werden.

Auf die Print-Anzeige sollte jedoch nicht komplett verzichtet werden. Denn: Wie man es vermuten könnte, so erreicht man mit der Zeitung eine andere Zielgruppe. Die Rückmeldungen der Zeitungsleser kamen mehrheitlich von älteren Interessenten. Wer also eine seniorengerechte Immobilie anzubieten hat, kommt an der Zeitung (noch) nicht vorbei. Das mag die hiesigen Zeitungen vorerst vor noch dramatischeren Verlusten schützen, schmeichelhaft ist diese Erkenntnis hinsichtlich der demografischen Zielgruppenentwicklung dennoch nicht.

Ach ja, unsere Wohnung ist mittlerweile verkauft. Weder hat sie ein Print- noch ein Online-Interessent erworben. Mundzumund-Propaganda hat gesiegt. Zugeschlagen hat ein Nachbar, der schon früh von den Verkaufsplänen wusste. Das wiederum bestätigt eine weitere These: all business is local.

Mittwoch, 13. Januar 2010

iPod touch

Socken, Krawatten, Pralinen – die Liste mit prinzipiell undankbaren Weihnachtsgeschenken könnte beliebig fortgesetzt werden. Herr Koch kann sich unterdessen nicht beklagen, denn mit all´ seinen Geschenken lässt sich etwas anfangen. So gehe ich beispielsweise biertechnisch gern fremd. Das Alt von Gleumes aus der Nachbarstadt Krefeld hat es mir besonders angetan. Die Verwandtschaft scheint gut zugehört zu haben, jedenfalls bekam ich einen Kasten des leckeren Bräu unter den Tannenbaum gestellt – mit Schleifchen! Das war nicht nur witzig, sondern ich habe seitdem jeden Tag etwas davon.

Das großzügigste Geschenk war unterdessen ein iPod touch. Nach den ersten Wochen im Test bin ich hin und weg von diesem „Teil“. Wenn Steve Jobs behauptet, dieses Gerät sei mehr als nur ein iPod, dann hat er damit recht. Es ist in der Tat ein kleiner Taschencomputer, ausgerüstet mit Wi-Fi-Schnittstelle, Browser und Mail-Applikation.

Die Installation und Synchronisation mit dem Mac war denkbar einfach. Besonders praktisch: Die Mail-Account-Einstellungen wurden automatisch erkannt und für den iPod adaptiert. Dass sich die Musik-Mediathek automatisch überspielt hat, darf schon nicht mehr als Sensation gelten. Wer hätte etwas anderes von Apple erwartet?

Musik abspielen kann dieser iPod natürlich auch. Leider empfinde ich die Lautstärke-Begrenzung als hinderlich, wenn beispielsweise der iPod an eine Stereo-Anlage angeschlossen wird. Dann muss man Anlage und iPod schon sehr weit „aufdrehen“, um passablen Musikgenuss zu erleben.

Als eher unpraktisch erweist sich auch die Musik-Steuerung des iPod touch „on the go“. Steckt ein normaler iPod in der Hosentasche, dann kann man intuitiv mit einem Klick auf das Click-Wheel die wichtigsten Funktionen steuern. Der iPod touch verlangt dagegen etwas mehr Hingabe. Wer nicht über Kopfhörer mit integrierter Fernbedienung verfügt, muss das Gerät jedes Mal aus der Hosentasche fummeln, um etwa die Lautstärke zu regulieren oder zwischen Musiktiteln hin- und her zu springen.

Dafür hat der iPod touch andere Qualitäten. Er öffnet das Tor zur gigantischen „App“-Welt. Stundenlang kann man sich auf die Suche nach nützlichen und weniger nützlichen Applikationen begeben. Über Highlights werde ich an dieser Stelle immer mal wieder berichten.

Als sehr tauglich erwiesen hat sich bislang die „Dauerkarten-App“ – ein MUSS für alle Fußballfans, um stets über Statistiken, News und Spielpläne aus den wichtigsten Fußballligen Deutschlands und Europas auf dem Laufenden zu sein. 2,99 Euro sind in dem Fall gut angelegt. Gleichermaßen empfehlenswert ist „Das Telefonbuch“. Okay, der Name dieses Apps klingt nicht gerade sexy, ist aber sprichwörtlich Programm. Damit kann man nicht nur Telefonnummern und Adressen aus dem Telefonbuch recherchieren. Die Suchergebnisse lassen sich zugleich ins Kontakte-Programm integrieren. Eine einfachere Möglichkeit, Kontakte auf den neuesten Stand zu bringen, dürfte es kaum geben. Abschließend empfehle ich auch die kostenlose App von „TV Spielfilm“. Wer braucht da eigentlich noch eine Programmzeitschrift?

Einen großen Nachteil hat der iPod touch übrigens. Er macht süchtig! Niemals hätte ich geglaubt, dass das Surfen im Internet mit einem so kompakten Gerät so viel Spaß bereiten kann. Der integrierte Safari-Browser leistet hier wertvolle Dienste. Das Navigieren mit den Fingern vollzieht sich genussvoll.

Kurzum: Wem das iPhone zu teuer ist, bekommt mit dem iPod touch eine gute und ungleich preisgünstigere Alternative, mit der man eben nur nicht telefonieren kann.

Samstag, 2. Januar 2010

Schneeleopard

Wie könnte das neue Jahr besser beginnen als mit Aufräumen?! Genau das hat Herr Koch zum Start in die nächsten 365 Tage getan und zwar auf seinem Mac. Und nach dem Sortieren und Löschen überflüssiger Dateien habe ich das neue OS-Update aufgeladen. Bringt Snow Leopard etwas? Diese Frage bewegte mich vorher und nach dem Aufspielen bin ich nun nicht schlauer.

Das Update hat inklusive der nachfolgenden Softwareaktualisierungen satte zwei Stunden gedauert. Dafür fällt das Resultat mager aus. Die Veränderungen muss man mit der Lupe suchen. Immerhin: Über die Vorgänger-Version konnte man sich ja schon nicht beklagen. Wieso hätte Apple also das Design großartig ändern sollen?!

Was ich an dieser Stelle an Erfahrung weitergeben kann, ist, dass sämtliche Anwenderprogramme auch nach dem Update reibungslos wie immer funktionieren, z. B. die OpenOfiice-Software und der Firefox. Auch die Schnittstellen bereiten keine Probleme. Am WLAN-Netz meldet sich der Mac unproblematisch an und die Bluetooth-Schnittstelle scheint vom Update auch unberührt geblieben zu sein. Hier ergab sich für mich nach dem Kauf des Rechners ursprünglich das Problem, dass ich nicht alle externen Geräte mit dem Rechnern koppeln konnte, was schliesslich nach irgendeinem zwischenzeitlichen Update von Apple dann doch möglich war. Die alten Probleme sind mit dem Schneeleoparden zum Glück nicht wieder zurückgekehrt.

Ob der Rechner wirklich noch schneller läuft, werde ich erst austesten müssen. Bislang hatte ich noch keine Gelegenheit und Zeit, um rechnerintensive Anwendungen auszuprobieren. Sollten sich Probleme ergeben, werde ich berichten.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Frohe Weihnachten!

Machen wir es kurz, das Jahr war lang genug: Familie Koch wünscht allen Freunden, Verwandten und Bekannten ein entspanntes Fest und einen flotten Start ins neue Jahr 2010!

Montag, 21. Dezember 2009

Vor Toreschluss

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Da müssen wir uns erst einmal sammeln. Kurz vor Jahresschluss haben wir doch noch eine neue, größere Wohnung gefunden - nach fast zwei Jahren Suche. Praktischerweise liegt sie unweit unserer aktuellen Wohnung. Im nächsten Sommer steht der Umzug an.

Was bleibt als Ergebnis der Wohnungssuche festzuhalten? Es ist fast unmöglich, in Düsseldorf für vier Personen etwas Gutes zu bekommen, das man auch noch halbwegs finanzieren kann. Irgendeinen Kompromiss muss man immer eingehen. Entweder sind die Wohnungen schlecht geschnitten, liegen an Bahngleisen oder viel befahrenen Straßen oder aber der Blick aus der Wohnung heraus ist bescheiden und dunkel.

Außerdem hat sich die Maklerzunft bis auf die Knocken blamiert. Was mussten wir nicht alles ertragen? Makler, die nicht zurückrufen. Makler, die die Unterlagen nicht komplett vorliegen haben. Makler, die keinen Bock auf Besichtungen haben. (...) Die Liste der Verfehlungen ist lang. Manch´ ein Eigentümer hat uns richtig leid getan. Wenn da manch´ einer wüsste, wem er die Vermarktung seiner Immobilie in die Hände gegeben hat! Wir werden deshalb unsere Wohnung erst einmal ohne Makler anbieten.

Beruflich war das Jahr erfolgreich. Frau Koch hat nach der Baby-Pause wieder gut durchstarten können - der Krippenplatz machte es möglich. Und Herr Koch hatte gleich drei Großprojekte zu bewältigen. Erledigt mit akzeptablem Ergebnis!

Da darf man sich dann mal gelassen zum Fest unter den Baum legen und entspannen. Apropos: Noch sind nicht alle Geschenke besorgt. Also, nix mit Entspannung. Auf zum Schluss-Spurt kurz vor Toreschluss!

Mittwoch, 11. November 2009

Fortsetzung folgt jetzt!

Ja, das hätte dem ein oder anderen so passen können. Das jetzt hier Feierabend ist. Aber Herr Koch hatte in den letzten Wochen einfach zu viel um die Ohren, hat beruflich sehr viel geschrieben, als dass hier hätte auch noch was Konstruktives gepostet werden können.

An passenden Themen gemangelt hat es jedenfalls nicht:

Beispiel Schweinegrippe: Warum machen sich alle so verrückt? Die saisonalen Virus-Grippe-Erkrankungen, vor denen man sich jedes Jahr impfen lassen kann, sind nicht minder schwer zu behandeln und verlaufen in der Regel genauso unangenehm und am Ende meist doch harmlos. Es gilt das Motto: gesund ernähren, oft die Hände waschen, beim ersten Halskratzen die Nase spülen und antibakteriell sowie antiviral wirkende Mittelchen nehmen.

Beispiel Kindergelderhöhung: Was hilft die dickste Kindergelderhöhung, wenn in zu vielen Fällen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch nicht vorhandene Betreuungsplätze in Kindergärten und Schulen blockiert wird? Immerhin: Jede noch folgende Steigerung der Steuer- und Sozialabgaben wird Familien hart treffen. Schön, wenn sie dafür vorab eine kleine Entlastung bekommen.

Beispiel VfB Stuttgart: Was mein Verein in Liga 1 zusammenkickt, muss keinen überraschen. Dass der VfB selbst mit Gomez im Kader noch einen weiteren guten Stürmer hätte gebrauchen können, war unter Fans ein offenes Geheimnis. Nur Sportdirektor Horst Heldt hat davon leider nichts mitbekommen. Im Winter sollte er seine schlechte Kaderplanung korrigieren.

Beispiel Fortuna Düsseldorf: Mein Heimat-Verein leistet Großartiges in Liga 2. Die Frage nach dem Aufstieg stellen sich zwar viele in der schönsten Stadt am Rhein. Für mich ist die Frage allerdings schon beantwortet. Zum großen Sprung reicht es noch nicht ganz. Und auch das zweite Jahr nach dem Aufstieg dürfte schwerer werden, als viele sich das denken. Danach sollte Fortuna allerdings voll etabliertes Mitglied des bezahlten Fußballs sein, sich der meisten finanziellen Altlasten entledigt haben und dann geht es noch weiter nach oben. 95 olé!

Gestern noch dies: Robert Enke ist tot, beging wahrscheinlich Selbstmord. Die Frage, die sich mir stellt: Würde Enke noch leben, wäre er für die aktuellen Spiele der Nationalmannschaft nominiert worden? Die Nicht-Nominierung war sicherlich nicht der Grund für dieses tragische Finale. Enke hätte aber womöglich neuen Mut verspürt, vielleicht wäre er tatsächlich die Nr. 1 bei der WM geworden. Viele Hypothesen, eine Antwort: Nein!

Es mag viele Menschen geben, die sich irgendwann im Laufe ihres Lebens fragen: „Warum soll man sich das alles noch antun? Soll man den ganzen Kram nicht besser lassen, wenn einen die Weichen aufs falsche Gleis geführt haben?!“ Es dann allerdings in die Tat umzusetzen, zeugt jedoch schon von einer enormen seelischen Pein. Armer Robert Enke!

Wie so oft: Es ist der Falsche zu früh gegangen.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Englisch? Deutsch!

Guido Westerwelle machte kürzlich seine ganz speziellen Erfahrungen mit britischen Journalisten. Und auch Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sie jetzt gemacht. Beide sprachen im Rahmen von Pressekonferenzen hier in Deutschland in deutscher Sprache. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Doch sie ernteten dafür (seltsamer Weise auch von deutscher Seite) teils heftige Kritik.

Was war passiert? Bei den Pressekonferenzen waren auch britische Journalisten anwesend, zum Beispiel von der BBC. Diese wollten sich offenbar nicht damit anfreunden, dass deutsche Politiker in Deutschland bei einer Pressekonferenz auf Deutsch reden und forderten sie auf, in Englisch fortzufahren. Westerwelle verwies auf den geografischen Standort der PK und fuhr in Deutsch fort. Lammert hatte etwas mehr Nachsicht und erwähnte immerhin in englischer Sprache, dass er gern in Deutsch fortfahren würde. Er könne ja am Ende das Geschehen der Pressekonferenz noch einmal in englischer Sprache zusammenfassen.

Die Vorgänge haben mich aufgeregt. Insbesondere erscheint es völlig unverständlich, warum selbst deutsche Medien Westerwelle in ihren Kommentaren als wenig weltgewandt darstellten, weil er sich an dieser Stelle dem Englischen verweigerte.

Ich finde es sehr anmaßend, dass eine große Sendeanstalt wie die BBC in Deutschland Korrespondenten einsetzt, die der hiesigen Sprache nicht mächtig sind. Würde ein Korrespondent der ARD oder des ZDF auf die Idee kommen, bei einer Pressekonferenz in London oder Paris die Frage auf Deutsch zu formulieren bzw. nicht in der Landessprache?

Die Fälle zeigen, welch´ sprachlichen Allmachtsanspruch viele Briten pflegen. Aus dem Umstand, dass die meisten gebildeten Menschen der Welt die englische Sprache mehr oder weniger gut beherrschen, wird geschlossen, dass man selbst sich nicht anderer Sprachen annehmen muss.

Aus meiner beruflichen Erfahrung in einem international agierenden Unternehmen kann ich das sogar noch ergänzen. Es scheint für viele Zeitgenossen von der Insel nicht nur selbstverständlich zu sein, dass andere ihre Sprache sprechen. Sie glauben auch noch, alle Welt würde ihre Geschäfts- und Kommunikationspraktiken adaptieren. Anstand Fehlanzeige!

Beispiele gefällig? In Telefonaten reden einen völlig unbekannte Personen mit dem Vornamen an, fragen nicht einmal höflich nach, ob sie in Englisch fortfahren dürfen und nuscheln dann auch noch so in irgendwelchen Dialekten vor sich hin, dass man sie besonders schwer verstehen kann. Wir Deutschen lassen uns ja eine Menge gefallen. Wie mag das aber in Österreich ankommen? Dort redet man sehr oft die Geschäftspartner nicht nur mit dem Nachnamen, sondern dazu noch mit Ihrem akademischen Grad an.

Vor diesem Hintergrund finde ich Überlegungen richtig, Deutsch als offizielle Landessprache im Grundgesetz fest zu verankern. Dann kann es jeder nachlesen. Und wer das dann nicht kann, der sollte zumindest für die BBC in Deutschland keine Pressekonferenzen besuchen.

Montag, 12. Oktober 2009

Jamaika

Die politische Entwicklung im Saarland und die gestrige Kehrtwende der dortigen Grünen hin zu einer Jamaika-Koalition haben Herrn Koch (und wohl nicht nur ihn) ziemlich überrascht.

Mehrere Dinge lassen sich meiner Meinung nach daraus ableiten:

Oskar Lafontaine ist jetzt endlich auf ein erträgliches Maß geschrumpft - vom Fraktionsvorsitzenden einer Oppositionspartei im Bund zum Fraktionsvorsitzenden einer Oppostionspartei im kleinsten Bundesland.

Ferner ist jetzt endgültig erkennbar, dass Lafontaine in den letzten zehn Jahren nichts, aber auch wirklich gar nichts für die Linke in Deutschland erreicht hat. Klar, er hat die Linkspartei voll etabliert in der Parteienlandschaft. Aber was hat das gebracht? Das linke Spektrum ist dadurch nicht größer geworden. Im Gegenteil: Die Mitte wendet sich von der Linkspartei verschreckt Schwarz-Gelben zu - selbst in Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges.

Außerdem erkennt die neue Parteiführung der SPD jetzt hoffentlich, dass ein brutaler Linksruck aus einer Position des Beleidigtseins nach den schlechten Wahlergebnissen aus verschiedenen Gründen überhaupt nichts bringt:

Die Grünen sind nicht zwangsläufig einplanbar als Stimmvieh einer knallhart links ausgerichteten Dreier-Koalition. In NRW grenzen sie sich aktuell stärker von Rot-Rot-Grün ab denn von Jamaika (so wie im Saarland).

Rot-rot-grüne Bündnisse müssen mit Inhalten gefüllt werden. Kann dieser Inhalt aber nur darin bestehen, auf Grund der demografischen Entwicklung unausweichliche Einschnitte in den Sozialstaat zurückzudrehen? Etliche in der SPD sowie natürlich die Linkspartei sehen das so. Bei den Grünen (und den Grünen-Wählern) gibt es da aber viele, die anders und zwar mehr reformorientiert denken.

Die Umfragen nach der Wahl (die bereits den Linksruck der SPD widerspiegeln) zeigen, dass die SPD nur noch weiter droht, an Wählern zu verlieren.

Wenn die SPD so weitermacht, wird sie bald flächendeckend im Osten schwächer sein als CDU und Linkspartei. Dann würde sie selbst bei Koalitionen mit der Linkspartei zum Juniorpartner (siehe Thüringen). Und im Westen ist ihr dann selbst in einer Dreier-Konstellation mit der Linkspartei und den Grünen keine Mehrheit mehr sicher.

Hoffentlich können die Steinmeiers in der SPD noch gegensteuern. Denn Deutschland braucht eine starke SPD mehr als einen gespaltenen rückwärtsgewandten Linksblock.

Familie Koch

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